Falsch verbunden

1. Der Anruf

Ich saß gemütlich vor dem Fernseher, aß gerade die Pizza die ich mir bestellt hatte und schaute mir einen Science-Fiction-Film an, als das Telefon klingelte. Wer ruft denn jetzt noch an. Es war 21:30 durch. In meiner Bekanntschaft hatten wir die Vereinbarung getroffen, dass nach 20 Uhr keiner mehr anrufen sollte. Man könnte ja beschäftigt sein! Es könnte ja was dringendes sein, also ging ich ran.
„Hallo! Hier Sonja. Kann ich Horst mal sprechen.“ hörte ich eine schöne Stimme am anderen Ende sagen. „Tut mir leid. Ich bin Karsten. Einen Horst gibt es hier nicht!“ klärte ich die Dame auf. „Entschuldigung. Da muß ich mich verwählt haben“. „Keine Ursache!“ gab ich noch zur Antwort als ich hörte wie wieder aufgelegt wurde.
Ca. 10 Min später klingelte es erneut. Ich nahm ab und die Dame von vorhin war wieder dran. Nachdem ich ihr sagte das sie wieder verkehrt war fragte sie „Ist dort denn nicht 348756?“. „Die Nummer ist richtig. Aber trotzdem sind sie bei mir irgendwie verkehrt.“ gab ich ihr zur Antwort.
„Das verstehe ich nicht. Würden sie mir vielleicht ihre Adresse verraten?“ fragte sie mich dann. Es war zu hören das sie sehr verunsichert war. Sie mußte den ‚Horst‘ wohl dringend sprechen. Ich nannte ihr meine Adresse. Sie stellte fest das die Adresse nicht stimmte, entschuldigte sich für die Störrung und legte wieder auf. An diesem Abend wurde ich nicht weiter gestört und konnte in aller Ruhe den Film zu Ende sehen.

Zwei Tage später, es war Freitag 20:25, saß ich wieder einmal vor dem Fernseher. Da ich heute nichts weiter vorhatte war ich außer mit einer Unterhose mit nichts weiterem bekleidet. Es klingelte an der Tür. Wer wollte den jetzt noch was von mir? Vielleicht ein Versicherungsvertreter oder so.
Ich schaute aus dem Fenster und sah eine Frau am Eingang stehen. Sie sah nicht nach einer Vertreterin aus. Ich entschloß mich ihr die Tür zu öffnen. Ich mußte mir aber erst einmal einen Bademantel überziehen.
Nachdem ich den Türöffner betätigt hatte und meine Wohnungstür offen war, wartete ich bis die Dame meine Etage (Ich wohnte in der zweiten Etage in einem Mietshaus) erreicht hatte. Sie schaute mich musternd an, nachdem sie an meiner Wohnungstür war. Es vergingen einige Sekunden bis sie anfing zu erzählen, was sie von mir wollte.
„Gut’n Abend. Ich bin Sonja. Sind sie Karsten?“. Der Name sagte mir im ersten Moment gar nichts, ich nickte nur. Sonja merkte meine Unsicherheit und klärte mich auf „Wir haben vor kurzem miteinander telefoniert. Ich wollte Horst sprechen. Errinnern sie sich?“. Da viel mir wieder das Telefonat ein und bestätigte nun ihre Frage „Ja. Sie sind ‚Falsch verbunden‘. Richtig? Aber…Was machen sie hier?“.
Mein verblüffter Blick konnte ihr nicht entgehen. Nun erzählte sie etwas gehemmt weiter „Ich.. Ich.. fand ihre Stimme so… Sexy. Da mußte ich sie einfach mal persönlich kennenlernen. Und ich glaube mir gefällt auch der Rest von Ihnen.“. Nun war ich platt. Normalerweise brauche ich eine Ewigkeit um eine Frau kennenzulernen, und Sonja kam einfach so zu mir, ohne das sie mich näher kannte. Ich stellte fest das wir ja immer noch in der Tür standen und bat sie herein. Ich führte sie ins Wohnzimmer und bot ihr einen Platz an.

„Junggeselle, wie?“ bemerkte sie als sie die Unordnung in meinem Wohnzimmer sah. „Ja, leider. Ich hoffe sie stört die Unordnung nicht?“. „Aber nein. Bei mir sieht’s ähnlich aus.“ beruhigte sie mich. Ich fragte sie, ob sie was trinken wollte und bat sie, sich doch ihren Mantel auszuziehen, denn sie immer noch trug.
„Nur was antialkoholisches, bitte.“ gab sie mir als Antwort. Ich schlug ihr einen O-Saft vor. Sie nickte und ich ging in die Küche um den Saft zu holen. Nachdem ich von der Küche zurück kam, bepackt mit Saft und Knabbereien, sah ich wie Sonja in irgendeinen Heft blätterte. Wie ich näher kam, stellte ich fest das es eine meiner ‚Praline‘-Hefte war. Ich hatte vorhin darin noch ein wenig geblättert.
Sie erblickte mich und wollte schon das Heft schnell wieder weglegen. „Schauen sie ruhig weiter, wenn es sie interressiert.“ sagte ich ihr. „Wenn das so ist. Übrigens, lassen wir doch das dämliche ‚Sie‘. Ok?“ sagte sie mir lächelnd und blätterte weiter im Heft. „Sag mal Karsten.“ fing sie wieder etwas zögerlich an. „Findest du die Sachen hier drin erotisch?“. „Nun.. .ähm… Ja.“ stotterte ich vor mich hin. Die Frage war mir doch etwas peinlich. Also, Augen zu und durch, dachte ich mir.
„Naja. Ich finde es anregender wenn man sich noch ein wenig vorstellen muß, als wenn man gleich alles zu sehen bekommt, wie in einem Porno.“. Ich wartete auf ihre Reaktion, aber sie blätterte weiter im Heft herum. Nun legte sie das Heft zur Seite und schaute mir direkt in die Augen. Wir verharrten so für einige Sekunden. Da stand sie plötzlich auf stürzte zu mir hin, und küßte mich ganz wild. Ich konnte nicht anders und mußte ihre Küsse erwiedern.

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