Die Umwandlung

So recht weiß ich nicht, wie ich Martin beschreiben soll. Er war 24 Jahre alt, 170 cm groß, schlank, gut aussehend und hatte hellblondes Haar. Natürlich hätte er auch bei Frauen etwas erreichen können, aber irgendwie klappte es nie! Er war schüchtern und fing an zu stottern, wenn er einer Frau etwas Erotisches oder Intimes sagen wollte. So scheute er die Frauen, er besuchte kein Lokal, er trank auch nicht, er kannte keine Disko von innen, tanzen mochte er auch nicht.

Leider hatte er nur seine Arbeit, er arbeitete bei einer Versicherung. Er musste Schadensfälle bearbeiten und kontrollieren, Preise vergleichen, und das eine oder andere akzeptieren oder ablehnen. Dazu kamen auch noch Gespräche mit den Kunden, Fahrten zu den Schadensobjekten. Die Arbeit macht ihm Spaß und gefiel ihm sehr, aber das Private, das Intime, das ließ sehr zu wünschen übrig.
Es war ja nicht so, dass es ihm egal war, nein, er träumte von Intimitäten, von sexuellem Glück, aber anders. Er mied es, eine Frau anzuschauen, er hasste es, einer Frau Geschenke zu machen und er machte einer Frau nie Komplimente, aber er war auch nicht schwul, nein, er hatte eine große Sehnsucht, verwöhnt zu werden.

Oft stellte er es sich vor, eine Frau zu sein und von einem Mann verwöhnt zu werden. Dies erregte ihn immer unwahrscheinlich. Vielleicht lag diesem Träumen auch nur zugrunde, dass er nur einen sehr kleinen Schwanz hatte. Selbst sein erigierter Penis zeigte nur knapp 8 cm, und auch die Dicke erschien ihm deprimierend, er hatte es schon oft nachgemessen. Und das traute er auch nicht einer Frau zu zeigen, er schämte sich, er hatte Angst, ausgelacht zu werden, und überhaupt hatte er keine Vorstellung, wie er mit seinem Stummelchen in eine Frau hineinstechen sollte. Wenn er daran dachte, trieb es ihm die Tränen in die Augen und er wünschte sich innigst, eine Frau zu sein.

So war es auch heute Abend wieder. Er lag auf seinem Bett, hatte ein schwaches Schummerlicht angeschaltet und ging seinen Träumen nach, er dachte wieder daran, eine Frau zu sein. Er stellte sich vor, wie er als Frau auszusehen hatte, die gleiche Größe wie jetzt, ein bisschen pummelig mochte er schon sein, und er wollte einen schönen Busen haben, einen Prachtbusen, voll und fest, und eine schöne, glatte, zarte Haut wäre wunderbar. Ein hübsches Gesicht wäre auch nicht schlecht. Ja, wenn er so aussehen würde, dann könnte er sich sicher vor Männern nicht retten, er wäre sicher das Ziel vieler Männer! Mit ihnen spielen würde er, wie eine Königin würde er kommandieren können. Mit diesen Gedanken und herrlichen Träumen schlief er ein.

Morgens wachte Martin auf, es war Samstag und er brauchte nicht zur Arbeit. Er konnte länger schlafen. Die Sonne schien schon in sein kleines Schlafzimmer, er reckte und streckte sich, machte sich lang, er stieß mit seinen Armen nach oben und versuchte, sie lang zu machen. Er schaute auch nach oben und es erschreckte ihn, was er sah. Die Haare fehlten auf seinen Unterarmen! Nein, er hatte glatte Unterarme und sie waren schlanker, als er sich daran erinnerte. Er bekam Angst! Was war geschehen? Er schob die Bettdecke weiter nach unten und was musste er feststellen? Er schaute auf eine feste hügelige Brustmasse, um Gottes Willen, dachte er, war er es, Martin, oder war er jemand anders? Er betastete seine Brüste, ja, sie waren so, wie er sich sie vorgestellt hatte, aber gab es so etwas überhaupt? Und warum trug er jetzt ein Nachthemd, gestern hatte er doch einen Pyjama angezogen?

Ein irres Angstgefühl überkam ihn, er sprang aus dem Bett und wollte es genau sehen. Er stellte sich vor seinen großen Spiegel, der in dem Kleiderschrank eingelassen war. Und er zog sein Nachthemd ganz langsam nach oben: er sah keine behaarten Beine, sondern füllige Oberschenkel und ein leichtes Schamdreieck aus wenigen hellblonden Haaren. Er traute sich nicht, das Hemd höher zu ziehen, aber er musste es doch tun. Dann sah er seine Brüste, große, volle, kräftige Halbkugeln, die ein wenig nach unten fielen, Oh, Gott, dachte er! Schließlich zog er das Nachthemd aus, er ging dichter an den Spiegel. So konnte er besser sein Gesicht sehen, es gefiel ihm, es war ein hübsches Gesicht, schöne dunkelblaue Augen, eine schmale Nase, etwas fleischige Lippen, und wenn er den Mund öffnete, sah er die leuchtend weißen Zähne, und das ganze Gesicht war umschlossen von einer welligen blonden Frisur.

Von dieser morgendlichen Umstellung von Mann zur Frau war er zwar schockiert und wusste nicht, wie er das alles erklären sollte, aber er musste es wohl hinnehmen. Und irgendwie gefiel er sich, aber es musste doch ein Haken dabei sein, wo hatte er denn seinen Personalausweis? Er suchte in der Schreibtischschublade, ah, da war er. Er schlug ihn auf, und was las er, dort stand Martina Schulze, nichts verbessert, es war Martina eingetragen, zwar sein Geburtsdatum, der 6.5.1978, und sein Geburtsort, aber eben der andere Name und weiblich war angekreuzt! Es war ihm nicht einleuchtend, doch er musste das wohl so hinnehmen, dass er ab jetzt eine Frau war. Ja, er, nein sie prägte sich ein, dass sie eine Frau ist, Martina heißt sie, ja Martina, sie heißt Martina!!!

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