Verzeih mir bitte, Darling

Mann, was war das wieder für ein Tag. Endlich Feierabend und Wochenende. Ich freue mich schon auf meinen Mann der bestimmt schon sehnsüchtig auf mich wartet. Ach ja. Ich möchte mich erst einmal kurz vorstellen. Ich heiße Sybille, oder kurz Bille, und bin mit Gerhard seit 13 Jahren verheiratet. Unsere Ehe ist sehr gut. Wir erfüllen uns gegenseitig jeden Wunsch, außer in einem Bereich. Da läuft es irgendwie nicht so besonders. Unser Sexleben ist ein wenig eingeschlafen.
Das ist auch der Grund warum ich mir einen ‚Stecher‘ zugelegt habe, den ich ab und zu mal besuche um es mir mal wieder richtig besorgen zu lassen. Ich hoffe mein Mann findet es nie heraus. Ich habe mir schon öfters vorgenommen, mich mit ihm über unser ‚Problem‘ zu unterhalten. Ich habe aber irgendwie nie den Anfang gefunden.
Endlich bin ich zu Hause. Rein in die Bude, raus aus den Klamotten und erst einmal ein schönes Bad. Und dann…? Ich komme am Wohnzimmer vorbei wo Gerhard sitzt und ein bischen fern schaut. Er hat ein Glück. Er ist Webdesigner und arbeitet fast immer zuhause und kann sich somit seine Zeit frei einteilen. Ich renne jeden Morgen ins Büro um meinem Chef jeden Fetzen Papier hinterzutragen. Aber was solls. Ich habe nun einmal Sekretärin gelernt.

Ich gehe ins Wohnzimmer und begrüße Gerhard. Er grüßt aber nicht so wie ich es von ihm gewohnt bin. Irgendetwas scheint ihn zu bedrücken. Das muß jetzt aber noch einen Augenblick warten. Mein Bad wartet. Das heiße Wasser tut unwahrscheinlich gut. Da wird man wieder richtig munter. Ich steige aus der Wanne und ziehe mir nur einen Bademantel über. Ich weiß ja nicht was Männe heute noch vorhat. Im Wohnzimmer setze ich mich neben Gerhard und lehne mich an seine Schulter. Er drückt mich aber wieder weg. Das verstehe ich jetzt nun garnicht. Was hat er nur.
Da fängt Gerhard an zu erzählen „Ich habe heute ein paar Fotos bekommen“. Das ist in soweit ja nichts ungewöhnliches. Er bekommt ja öfters Fotos für seine Internetseiten. Nach einer kurzen Pause erzählt er dann aber weiter „Das was ich auf den Fotos sehe, hat mich doch ziemlich geschockt. Aber sowas mußte früher oder später ja mal passieren.“.
Ich verstehe kein Wort wovon er da jetzt redet. Gerhard reicht mir einen Umschlag der auf den Tisch lag. Ich öffne ihn und nehme die Fotos heraus. Auf den ersten Bildern bin ich zu sehen wie ich das Bürogebäude verlasse. Drei Bilder weiter sehe ich meinen Liebhaber, wie er mich in einer Tiefgarage begrüßt. Diese Garage kenne ich natürlich. Noch ein paar Bilder weiter liegen wir nackt auf der Couch und vögeln miteinander.
Die Bilder waren sehr eindeutig. Ich laufe Puterrot an. Jetzt ist mir klar was Gerhard heute hat. Ich lege die Fotos mit zittrigen Händen wieder auf den Tisch. Wir sitzen einige Minuten schweigend nebeinander bis ich die Spannung nicht mehr aushalten kann und einfach frage „Und nun. Was willst du jetzt machen?“. Mir klopft das Herz bis in den Kopf. Ich bete das er nicht das berühmte Wort ausspricht, dafür liebe ich ihn einfach zu sehr.

Gerhard fängt dann ebenso an zu reden „So wie ich das sehe haben wir zwei Möglichkeiten.“. Zwei? Wieso Zwei? Mir fällt eigentlich nur eine Möglichkeit ein. Oder möchte er sich auch eine Liebschaft suchen? „Entweder wir trennen uns, oder …“.
„Was, oder?“ frage ich wobei ich vor Spannung fast platze. „Du machst einen Abend alles was ich will und wir vergessen die Geschichte und fangen wieder neu an. Aber ich meine du machst wirklich Alles. Ok? Dir ist ja wohl klar das du deinen Freund aufgeben mußt.“ sagt Gerhard.
Ich kann mich jetzt nicht mehr zurückhalten und fange an zu heulen. „Schatz, es tut mir leid. Es tut mir so leid. Aber wir.. ich meine unser…“. „Ich weiß. Ich weiß.“ unterbricht mich Gerhard. „Ich mache alles was du willst. Aber bitte bleib bei mir.“. Gerhard nimmt mich in den Arm und meint noch „Du brauchst dich nicht sofort zu entscheiden. Ich gehe gleich erst einmal einen Kneipenbummel machen. Ich muß heute erst einmal raus hier. Schlaf noch ’ne Nacht über meinen Vorschlag. Wir reden dann morgen darüber.“.

Er hält mich noch eine Weile und ich merke wie ihm auch ein paar Tränen entweichen. Gerhard steht auf, nimmt seinen Mantel und verläßt die Wohnung. Ich sitze jetzt auf der Couch und starre den Fernseher an. Ich habe keine Ahnung was dort läuft. Das Programm beachte ich gar nicht.
Nach ca. 2 Stunden merke ich, dass ich Hunger habe und ich mache mir erst einmal was zu essen. Das Essen fällt mir schwer. Ich setze mich wieder vor die Glotze und denke die ganze Zeit nur über den Vorschlag von Gerhard nach. Martin, so heißt mein Lover übrigens, muß ich aufgeben. Das ist klar. Einen Abend alles machen was mein Mann will. Was meint er nur damit. Andererseitz bleibt mir keine andere Möglichkeit wenn ich ihn behalten will.
Ich entschließe mich seinen Vorschlag anzunehmen. Sehe noch ein bischen fern und gehe dann schlafen. Ich wache wieder auf und der Platz neben mir ist leer. Gerhard war die ganze Nacht nicht hier. Nach einen Blick auf die Uhr, es ist 9:37, stehe ich auf um Frühstück zu machen. Ich befürchte, dass sich Gerhard von einer Frau hat abschleppen lassen. Diese Befürchtung gebe ich aber kurz danach wieder auf.

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