in Fesseln vorgeführt

Nie hätte ich mich so gehen lassen können, wenn ich frei gewesen wäre. Nie hätte ich derart empfindsam für seine Zärtlichkeiten sein können, ohne die Qual des erzwungenen Wartens, vorgeführt hier vor all diesen Leuten. Hätten die Fesseln mich nicht gezwungen, Ewigkeiten in schmerzhafter Zwangshaltung zu überstehen, ich hätte nie dieses Maß weicher, widerstandsloser, passiver Hingebung erreicht!
„Mensch, dir scheint das ja richtig gut zu bekommen!“, neckte mich Babsi, während sie mich losband.
Insgeheim gab ich ihr recht. Hatten anfangs Scham und Erschrecken mein Empfinden bestimmt, wann immer die eintreffenden Gäste meiner Gewahr wurden, so begann ich mit der Zeit meine Rolle als lebendes ‚Appetithäppchen‘ zu genießen. Es war eine Hängepartie. Da war einerseits die Bangigkeit, die mit dem wehrlos sein verbunden war. Andererseits überwältigte mich die Hemmungslosigkeit, mit der ich die aufgezwungenen Liebkosungen genießen konnte, ja genießen musste.

Während ich, nur mit dem Fußkettchen am Leib, barfuß hinter Babsi hertrottete, blieb mein Blick mit hypnotischer Gewalt an ihrem Hinterteil kleben. Ihr von vorne übermäßig streng wirkendes Hausmädchenkostüm, war hinten nur bis zur schmalsten Stelle ihres Rückens geschlossen. Po, Schenkel und Beine wurden von einer fehlenden Stoffbahn entblößt. Der Kontrast zwischen dem schwarzen Stoff und ihrer blassen, weißen Haut zog meine Aufmerksamkeit ebenso an, wie das Spiel zweier entzückenden Grübchen über dem Ursprung ihrer Pospalte.
Sie führte mich durch verwinkelte schmale und verstellte Gänge, angefüllt mit Flaschen, Konserven und technischen Installationen wie sie typisch sind für den Teil einer Gaststätte, die der Gast gewöhnlich nie zu Gesicht bekommt. Im Gegensatz zum Foyer waren diese Räume unbehaglich kalt und ich begann zu frösteln. Schenkel und Arme überzogen sich mit den Poren von Gänsehaut. Ich ertappte mich dabei, wie ich groteskerweise darüber sinnierte, ob es einen Unterschied gäbe, ob sich Nippel und Aureolen einer Frau unter plötzlicher Kühle oder im Griff kundiger Finger verhärteten.

Noch mit diesen merkwürdigen Erörterungen beschäftigt, prallte ich gegen Babsi. Sie hatte sich umgewandt und nahm mir den Knebel aus dem Mund. „Puh!“, klagte ich, befeuchtete mit der Zunge meine ausgetrockneten Lippen und vertrieb den Schmerz im Kiefergelenk mit kauenden Bewegungen, „Wie ich die Dinger hasse.“ Babsi grinste und versicherte mir, dass sie mir nachfühlen konnte. „Wenn sie mir so’n Ding in den Mund schieben, wird mir auch immer recht elend.“, meinte sie.

Ich wollte sie mit einem Durcheinander von Fragen bestürmen, die mir auf der Seele brannten. Aber ehe ich mir überlegt hatte, wo ich anfangen sollte, wurde sie wieder geschäftsmäig: „Dein Auftritt wartet. Dreh‘ dich um!“ Ich musste meine ausgestreckten Handflächen hinter dem Rücken aneinanderlegen und in eine Art Sack oder Lederschlauch stecken. Sie zog das Ding an meinen Armen hoch fast bis zur Schulter. Mit Riemen, die unter meiner Achsel durch nach vorne und über die Schultern wieder zurück geführt wurden, band sie den merkwürdigen Sack fest. Der Sinn der Vorrichtung wurde mir klar, als sie unter meinem erschreckten Aufschrei begann, die Weite des ‚Sackes‘ mit einer durchgehenden Verschnürung drastisch zu verringern.

Am Handgelenk beginnend, wurden meine Arme Zoll für Zoll fest umschlossen und parallel gegeneinander gepresst. Als der Druck, der Meine gestreckten Arme zusammenzwang, die Ellenbogen erreicht hatte, konnte ich ihm nur nachgeben, indem ich die Schultern energisch nach hinten zog. Gleichzeitig erreichte Babsi dadurch, dass ich die fleischigen Berge meiner Brüste energisch nach vorne reckte. Wenn ich an mir herab sah, bestand ich nur aus Busen. Ich musste den rechten Fuß mehr als eine Länge nach vorne stellen, ehe seine Zehen unter meinen, jetzt obszön präsentierten, Hügeln ins Blickfeld kam.
Wir kicherten. Babsi ehrlich amüsiert, ich fatalistisch und verlegen, bei dem Versuch mein Outfit um oberschenkellange, hochhackige Lederstiefel zu ergänzen. Meine Arme waren völlig unbeweglich und nutzlos, nicht einmal abstützen konnte ich mich damit. Der Oberkörper ließ sich wegen der erzwungen Armstreckung nur noch als Ganzes in der Hüfte nach vorne beugen. Erst als ich mich mit dem bloßen Hintern auf den eiskalten Beton gesetzt hatte, gelang es Babsi, mir die Dinger überzustülpen und hochzustreifen. Mit erneutem Kichern und angestrengtem Ächzen kam ich mit ihrer Hilfe wieder hoch.

Babsi befahl mir mit betont gestreckten Beinen zu stehen, während sie sich hinter mich kniete und das steife, dicke Leder von unten nach oben dort stramm verschnürte, wo sonst die Naht von Nylonstrümpfen die Rückseite meiner Beine ziert. Nun konnte ich zu allem Überfluss nur noch steifbeinige Trippelschritte vollführen, ständig in Angst von den Bleistiftabsätzen zu stürzen. „Sei bitte still!“, wies sie mich an. „Ich bring‘ dich über eine Nebentür in den Saal. Die Ecke wird ganz dunkel sein. Michael und Markus hoffen, dass wir reinkommen ohne dass die anderen was davon merken!“, verkündete sie mit Verschwörermiene.

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