Versetzung gefährdet! Der Nachhilfelehrer hilft ;)

Hi, ich bin Nicole.
Zum damaligen Zeitpunkt war ich 18 Jahre alt und besuchte die 10.Klasse der Realschule.

Im Frühjahr kamen die Zwischenzeugnisse und meine Befürchtungen haben sich bestätigt. Ich hatte in allen Fächern durchschnittliche Leistungen, bis auf Mathe.
Durch die Bank hatte ich Zweier und Dreier, nur Mathematik das war nicht mein Fall.
Eine dicke, fette Fünf stand mittendrin. Meine Versetzung zum Jahresende war somit gefährdet.
Oh Gott ich wusste zwar, dass ich die letzten Arbeiten verhaut habe, aber das es so schlimm wird, damit habe ich nicht gerechnet.

Auf dem Heimweg von der Schule unterhielt ich mich mit meiner Freundin Nadine.
Sie war in Mathe auch keine Leuchte, schaffte aber immerhin eine Vier.
„Mensch Nadine, was mach ich bloß? Wie bringe ich das meinen Eltern bei?“
„Nicole, so schlimm wird es schon nicht werden. Du hast doch eigentlich ganz humane Eltern, oder?“ „Ja eigentlich hast Du schon recht, aber ein bisschen Bammel habe ich schon.“ Wir waren jetzt an der Straßenecke angelangt, wo wir uns trennen mussten, da Nadine in die andere Richtung weiter musste. Wir verabschiedeten uns und sie sprach mir noch mal Mut zu: „Ich werde Dich heute Abend mal anrufen und fragen wie es war:“ „Ok, bis heute Abends.“

Nach 10 Minuten war ich zu Hause. Meine Mutter war schon von der Arbeit da.
Ich wollte ganz natürlich sein und mir nichts anmerken lassen. Außerdem dachte ich mir, den Kopf werden sie mir schon nicht abdrehen, da ich ja sonst eigentlich ganz gute Noten hatte. Mutti deckte gerade den Tisch im Esszimmer.
„Hallo Nicole, na wie war es in der Schule?“
„Hi Mum, na ja ging so.“ Wir setzen uns an den Tisch und fingen mit den Essen an.
„Na komm, laß Dir nicht alles aus der Nase herausziehen. Wie ist dein Zeugnis ausgefallen?“ Ich blickte sie unsicher an und sie merkte gleich, dass etwas nicht stimmte. Mit meinen Löffel rührte ich etwas unbeholfen auf meinen Teller herum.
„Mutti es gibt da ein kleines Problem.“ „Na komm sag schon, was passiert ist.“
„Mathe ist schlimmer ausgefallen, als ich dachte.“ „Und das heißt?“
„Ich hab ne Fünf bekommen.“ Jetzt war es heraus. Ich hatte immer noch ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend.
„Oh, Mädel. Doch so weit abgerutscht. Wir waren doch noch vor fünf Wochen ganz guter Dinge, dass Du die Vier packen würdest.“
„Ja bis dahin ging es ja auch, aber dann habe ich die nächsten zwei Arbeiten versiebt.“

Sie stand auf und nahm mich erstmal in die Arme und gab mir etwas Trost. Das konnte ich jetzt gut gebrauchen. Zum Glück gab es kein Donnerwetter.
„Wir müssen mal sehen, wie wir die Fünf wieder wegbekommen. Irgendwas fällt uns da schon ein. Wir schaffen das schon, Kleines.“
Das erste war geschafft, ich hoffte nun, dass mein Vater auch ähnlich reagieren würde. Der Nachmittag verlief ganz harmonisch und meine Mutter lobte mich auch, da ich sonst recht gute Noten heimgebracht hatte. Gegen 18 Uhr kam Vater von der Arbeit heim. Ich hatte mit meiner Mutter ausgemacht, dass sie ihn erstmal langsam vorwarnen sollte.
Er kam in mein Zimmer. Ich saß gerade an meinen Schreibtisch und las in einen Buch. Er stand hinter mir und legte seine Hände auf meine Schultern und massierte mir leicht die Schulterblätter.
„Hallo Spatz, na wie ist Dein Zeugnis ausgefallen?“
„Hat Mutti Dir noch nichts gesagt?“ „Ja sie machte ein paar Andeutungen. Mathematik?“ „Ja.“ „Versetzung gefährdet?“ „Ja“. Mir liefen die ersten Tränen über den Backen. Mein Vater streifte sie mit dem Finger ab und drückte mich ganz fest.
„Na wer wird den gleich weinen. Davon geht die Welt auch noch nicht unter. Das bekommen wir schon hin. So schnell gibt man doch nicht auf.“
Ich war erstmal glücklich, dass meine Eltern so unterstützend reagiert haben.

Am Abend rief Nadine an. Ich erzählte ihr alles und war froh, das alles so reibungslos über die Bühne ging.

In den nächsten Wochen machte ich abends mit meinen Vater immer wieder Aufgaben und Übungen. Er erklärte mir vieles noch mal und noch mal, aber so ein richtiges Verständnis konnte ich für Mathe nicht aufbringen. Meine Noten verbesserten sich zwar geringfügig, mehr aber nicht.

Eines Abend kam mein Vater zu mir ins Zimmer und sagte mir: „Ich habe da vielleicht noch eine andere Lösung für Dein Mathe-Problem.“
„Und die wäre?“
„Ein Arbeitskollege von mir kennt einen pensionierten Lehrer, der Nachhilfe gibt. Er wohnt nur drei Straßen von uns entfernt. Das könntest Du vielleicht mal probieren.“
„Oh Paps, ich weiß nicht, ob ein Nachhilfelehrer was bringt?“
„Probier es doch einfach mal aus, dann können wir immer noch weiter sehen.“

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