Mein neuer Chef

Eine Wochen, nachdem mein alter Chef in Rente gegangen war, sollte ich einen neuen Chef bekommen. Ich bin Sekretärin in einer großen Molkerei und ich harrte gespannt der Dinge, die da kommen würden.
Am Montagmorgen ging Punkt halb neun die Tür auf und da stand er. Ich bekam den Mund gar nicht mehr zu. Das war kein normaler Lebensmittelchemiker, das war ein männliches Model. „Guten Morgen, Walter Gericke mein Name.“ „Elke Hausmann, freut mich.“ Sein Händedruck war fest, aber nicht übertrieben kräftig. Er hatte lange, schlanke Finger, die nicht weiblich wirkten. Er war mindestens 1,90 groß, schlank, wirkte sehr sportlich durchtrainiert. Der teure Anzug, den er trug, saß wie angegossen. Seine dunkelbraunen Augen leuchteten.
Das war schlicht und ergreifend ein Traummann! Wie alt mochte er sein? Ich schätzte ihn so auf Ende 30, ich selbst bin gerade 31 geworden. Ein weiterer Blick aus seine Hände verriet mir, dass er weder verlobt noch verheiratet war. Was noch nicht hieß, dass er auch ungebunden war. Aber ich nahm mir vor, das sehr sehr bald herauszufinden. Er machte mir gleich klar, dass er von der amerikanischen Sitte, sich beim Vornamen zu nennen, aber zu siezen, ziemlich viel hielt. Nun nannte ich ihn also schon Walter, das war doch ein guter Anfang, oder?

Einige Wochen gingen ins Land, ich hatte mittlerweile herausgefunden, dass er sich vor einigen Monaten von seiner langjährigen Lebensgefährtin getrennt hatte und eigentlich gar nichts mehr von Frauen wissen wollte. Aber ich war fest entschlossen, ihn vom Gegenteil zu überzeugen. Und ich kam zu dem Schluss, dass er genau der Typ Mann war, der mit Sex zu so ziemlich allem zu kriegen war. Also veränderte ich langsam meine Garderobe von sportlich schick auf sexy. Nicht zu billig und auffällig, aber meine Röcke wurden ein wenig kürzer, die Schuhe ein wenig schicker und die Ausschnitte ein kleines wenig tiefer. Auch bevorzugte ich dunkle Wäsche unter hellen Blusen.
Meine Figur kann sich sehen lassen, und mein langes naturblondes Haar hatte schon den einen oder anderen Mann um den Verstand gebracht; also war ich auch in diesem Fall zuversichtlich. Zumindest ins Bett würde ich diesen Kerl kriegen. Und wer weiß, was sich dann so alles ergeben würde.

An einem Freitagnachmittag, ich wollte eigentlich schon nach Hause gehen, rief er mich zu sich. „Elke, ich habe da ein Problem, bei dem sie mir sicherlich helfen können. Aber ich möchte nicht, dass sie ja sagen, nur weil ich ihr Chef bin. Das hat nichts miteinander zu tun. Ich möchte sie einfach um einen persönlichen Gefallen bitten.“
Persönlicher Gefallen hörte sich gut an, ich ermunterte ihn, weiter zu sprechen. Er druckste ein wenig herum. Irgendwann hatte er das ganze Puzzle zusammengesetzt. Er war zum 40. Geburtstag bei einem gemeinsamen Freund von ihm und seiner Ex eingeladen. Und sie würde mit ihrem neuen Lover erscheinen, da wollte er nicht nachstehen. Da er aber zur Zeit nichts passendes „an der Hand“ hatte, wollte er mich bitten, am Samstag mit zu dieser Fete zu gehen.

„Mit Ihnen könnte ich richtig Eindruck machen, da würden ihr die Augen aus dem Kopf fallen. Nicht, dass ich noch was von ihr wollte, aber wenn ich alleine auftauche, muss ich mir sicherlich wieder solche Sachen wie ‚du bist einfach beziehungsunfähig‘ anhören.“ Ich grinste selbstzufrieden, auch wegen des netten Komplimentes. „Also, was sagen sie?“ Er schaute mich gespannt an.
Konnte man diesen Augen widerstehen? Ich auf jeden Fall nicht, meine Freundin, mit der ich für morgen verabredet war, hatte sicherlich Verständnis für diese Situation, zumal ich ihr ständig von ihm vorschwärmte. Ich sagte also zu und beschloss, gleich nach Feierabend noch was Schickes einzukaufen. Die Party würde leger werden, also musste ich aufpassen, dass ich nicht overdressed erschien.

Am Samstag um punkt 8 Uhr klingelte er bei mir an der Tür. Er trug ein dunkelgrünes Hemd zu einer schwarzen Jeans, in der er einfach einen Superarsch hatte. Ich hatte mich für einen langen schwarzen Rock und ein enges Twin-Set dazu entschieden, außerdem trug ich kniehohe Stiefel aus weichem Leder. Ich war aufgeregt wie vor einer Prüfung. Aber schließlich war es ja auch eine Art Prüfung. Wie würden wir uns zusammen machen?
Der Abend nahm seinen Verlauf und ich genoss Walters Gegenwart. Seine Ex hatte mich tatsächlich genau taxiert, aber offensichtlich nichts auszusetzen gefunden. Dagegen war ihr neuer Typ eine echte Nulpe, wie konnte man sich nach Walter einen solchen Schlappschwanz angeln. Irgendwann nach Mitternacht, wir hatten beide einige Cocktails intus und waren leicht angesäuselt, fragte er mich, ob er mich jetzt nach Hause bringen solle.

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