Sex und Luxus

Die Jacke war leicht geöffnet, so dass man das T-Shirt darunter etwas erkennen konnte. Ihre halblangen, kastanienbraunen Haare hatte sie mit einem Gummi zu einem lustig wippenden Pferdeschwanz zusammengebunden, der in der tiefen Sonne Glanzlichter warf. Ihre Augen waren recht dunkel und von sehr schönen Wimpern umgeben, über denen sich ihre Augenbrauen zogen. Insgesamt machte das Mädchen trotz der einfachen Kleidung einen sehr gepflegten Eindruck, schon ihre hochreine Gesichtshaut vermittelte einen Eindruck von Reinheit.

Als sie Jonathan fragte, ob der Platz noch frei wäre, bemerkte er ihre strahlenden Zähne mit einem gewissen Maß an Bewunderung, nicht weil er selber schlechte Zähne hatte, sondern weil er ein bestimmtes Maß an Körperpflege sehr schätzte. Wie es die Art von Jonathan war, sah er das Mädchen öfters von der Seite an, so dass sie bald auch ihn anblickte. Als sich ihre Blicke trafen, lächelte sie ihn so nett an, dass sich Jonathan entschied, ein Gespräch zu beginnen. Das Mädchen zeigte sich jedoch nicht so gesprächig wie er es sich erhofft hatte. Sie schien eher von der schüchternen Sorte zu sein, blickte ihn jedoch immer sehr auffordernd an. Das verstand Jonathan nicht so ganz, und als die Bedienung vorbeikam, bestellte er sich erst einmal einen „Escorial grün“.

Der tat ihm gut, und es löste sich etwas sein Missverständnis. Nun, dachte er, wenn sie nichts sagt, kann ich ihr ja was erzählen. Und so wurde Jonathan recht redselig, und er legte einen recht großen Teil seiner Probleme vor die Füße des Mädchens.

Normalerweise war das nicht seine Art, aber das Mädchen nickte immer so nett zu seinen Ausführungen, dass er dachte, sie wäre begierig darauf, sämtliche Probleme der Menschheit zu erfahren. Leider hatte die ganze Sache einen Haken, denn Jonathan trank im gleichen Masse Escorial, wie er die Probleme auf den Tisch brachte. Und dann geschah das, was ihm noch nicht so oft vorgekommen war, und dies auch noch im Beisein einer Dame.

….

Was war passiert?

Als er wieder zu sich kam, fühlte er an seinem ganzen Körper ein seltsames Gefühl. Jonathan öffnete langsam die Augen und blickte gegen eine weiße Zimmerdecke, unter der sich metallene Drähte zogen. An diesen waren die kleinen Halogenstrahler befestigt, die normalerweise Bilder in Galerien beleuchteten. Dann blickte er an sich herunter und stellte fest, das er in einem großen Bett lag, das mit seidenen Laken und Oberbetten ausgestattet war. Außerdem lag er splitternackt unter der Bettdecke. Das verblüffte ihn, denn seiner Meinung nach hatte er eben noch bekleidet neben einem hübschen Mädchen gesessen. Als er neben sich ein Rascheln hörte, drehte er seinen Kopf herum und erblickte das Mädchen, dem er seine Probleme so frei erzählt hatte. Sie saß durch ein Kissen gestützt aufrecht im Bett und trug ein reizendes Seidentop.

Aus ihrer Sitzstellung schloss Jonathan, dass sie ihn schon einige Zeit beobachtet hatte. Er musste wohl ein recht lustiges Gesicht gezogen haben, denn sie lachte plötzlich hell auf. Jetzt entsann er sich auch ihres Namens, Jessica hieß sie. Jonathan fand die Situation jedoch gar nicht so lustig, denn er konnte sich wirklich nicht daran erinnern, wie er mit dem Mädchen in dieses Bett gekommen war.

Also fragte er nach, und sie erzählte ihm, dass er mit jedem Escorial lustiger geworden wäre, so dass sie ihm vorgeschlagen habe, mit ihr nach Hause zu kommen. Dagegen hätte er nichts gehabt, und so sei er mit Ach und Krach bis in ihr Haus gekommen. Nachdem sie noch ein wenig herum geblödelt hätten, seien sie miteinander ins Bett gegangen, wo er jedoch zu ihrer Belustigung mit dem Kopf auf ihrem Bauch fest eingeschlafen sei.

Da er nicht in seiner Kleidung in ihrem Bett hätte schlafen können, hätte sie ihn kurzerhand ausgezogen. Er sah sich im Zimmer um und bemerkte mit Staunen die luxuriöse Ausstattung. Da war ein Kleiderschrank mit verspiegelter Front, dort ein aus Binsen geflochtener Stuhl, und durch die hellweißen Gardinen schienen die ersten Sonnenstrahlen. Auf seiner und auf der gegenüberliegenden Bettseite waren kleine Konsolen angebracht, und auch ein kleiner Kühlschrank fehlte nicht. Seine Kleidung konnte er jedoch nicht entdecken. Er sah das Mädchen an und wollte gerade danach fragen, als sie ihm erklärte, das sie die vergammelten Klamotten weggeworfen hätte, denn heute würde für ihn ein neues Leben beginnen. Jonathan staunte. Wie kam dieses junge Ding dazu, seine guten Sachen wegzuwerfen?

Da stand sie aber auch schon vom Bett auf, und jetzt sah er, dass sie unten nur ein Spitzenhöschen trug, dass sich ihren Formen toll anpasste. Ihre Haut war überall so hellbraun wie im Gesicht, und die Seide hob sich schimmernd vom Körper ab. Das Mädchen ging auf einen Schrank zu und drückte auf einen verborgenen Knopf, worauf die Tür elektrisch getrieben zur Seite glitt. Was Jonathan nun erblickte, ließ seine Kinnlade zwei Zentimeter tiefer sinken. Im Schrank waren wohl um die zehn Jacketts der edelsten Sorte sauber nebeneinander gehängt, daneben hingen auf silbern schimmernden Bügeln feine Flanellhosen.

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