Endlich 16! … und NOCH voller Unschuld ;)

Obwohl ich mich seit einem halben Jahr auf diesen Tag vorbereitet habe, ist es mir heute mulmig zumute. Ich habe mich durch die Schulstunden gequält, die Klavierstunde durchfuscht und saß nun hier im Cafe und versuchte die letzte Stunde totzuschlagen.
Morgen, also heute Nacht würde ich 16 Jahre alt und dann würde es passieren. Ich wusste das es eine Trotzreaktion ist, total kindisch und egoistisch, ich versuchte meine Eltern zu bestrafen, doch Sie sollten es gar nicht erfahren, noch nicht.
Denn obwohl ich morgen 16 würde, sind sie lieber für eine Woche nach Monte Carlo gefahren, Ärztekongress und High Society. Es wurde mir seit der Bekanntgabe vor einem halben Jahr eingebläut, keine Party im Haus, niemand Fremdes betritt das Grundstück. Sie haben sogar das Haus mit Kameras versehen, um es zu überwachen.

Doch ich wusste schon sehr lange, ich möchte mit einem Paukenschlag aus dem goldenen Käfig heraus. Ab 6 hatte ich das Generalabo für die Engelrollen in den Schulaufführungen, ab 8 hopste ich im Ballett, ab 10 am Klavier, mit 11 die Geige, wie ein Tanzbär wurde ich auf Charityveranstaltungen durchgereicht, ich empfand es immer mehr als Hölle.
Während die paar anderen Mädchen, die es neben dem großen Jungensüberschuss hier in dem Dorf gab, okay eigentlich sind wir eine Kleinstadt mit 38.000 Einwohnern, mit den Jungs Fußball spielten, auf Bäume kletterten, war es mir natürlich verboten. Also habe ich viel gelesen. Ausgesuchte Lektüre gab meine Mutter mir, doch ich las viel lieber in den Fachbüchern von Papa.

Papa war Frauenarzt und ich durfte mich in seiner Praxis frei bewegen. Manchmal assistierte ich bei kleineren Sachen, sei ich 8 war wusste ich wie das mit den Kindern geht, das Wehen alle 2 Minuten einen Notarzteinsatz auslösen, wann ich die Hebamme anrufen muss und vieles mehr. Es war auch praktisch, den als alle Mädchen Brüste bekamen und Haare an den Genitalien und bei mir nicht passierte, da las ich mich klug und half mit Medikamenten nach, obwohl ich natürlich nicht beschwören kann, das meine jetzt doch stattliche Oberweite und das wuchernde Schamhaar davon kommen.

Aber ich hatte als erstes Mädchen eine konstante 28 Tage Regel, aber mit Hinblick auf die kommenden Tage habe ich die Regelblutung, die heute eingesetzt hätte, mit der Pille verschoben, echt gut, wenn man einen Medikamentenschrank im Hause hat und Pharmavertreter, die einen gewogen halten wollen.

Ich sah auf die Uhr, noch eine halbe Stunde, dann sollte ich am Treffpunkt sein. In der Tasche waren hoffentlich alle wichtigen Dinge, die Pille war geschluckt, das wuchernde Schamhaar gestutzt, doch das kannte Henry schon, den wir hatten uns schon den Inhalt der Unterwäsche angesehen.

Henry sollte es heute Nacht tun, ich wusste aus den verheulten Nächten, als Mutti mir sagte, das sie zum Geburtstag nicht hier wären, das es auch jeder andere hätte sein können. Ich wusste, das die Wahrscheinlichkeit, das er der einzige bleibt oder wir heiraten, ziemlich gering ist, aber ich wollte es hier und morgen. In den Augen meiner Mutter würde Henry schon bestehen, aus ihrem Tagebuch wusste ich, das sie für Henry auch schwach werden würde. Aber da hatte sie noch ganz andere Schwächen, die mir Oma und Opa bestätigt haben.

Ich ging zum Treffpunkt und fand Henry dort vor.
„Hast Du dein Handy?“, fragte er. Ich nickte, schließlich waren unsere Haustelefone darauf umgeleitet.
Ich gab mir eine Hand und wir schlenderten Richtung Kaufhaus am Marktplatz. Meine Hände wurden feucht, als wir das Kaufhaus betraten und nach oben fuhren. Im Obergeschoss war nicht mehr viel los, wir hielten uns in Richtung Parkdeck und verschwanden in einem unbeobachteten Augenblick durch eine Sicherheitstür, die Henry mit einer Chipkarte öffnete.
„In drei Minuten schließen Sie, wahrscheinlich für immer.“
Er schaltete ein paar Bildschirme ein und zeigte dann auf den mittleren: „Der Typ ist der Insolvenzverwalter, der hat alle Tageseinnahmen. Dort geben alle ihre Schlüssel ab und verlassen hier oder hier wahrscheinlich für immer das Haus. Ende nächster Woche kommt ein Einkäufer und dann wird hier alles verramscht.“

Wir warteten Hand in Hand und hielten die Bildschirme im Auge. Gegen 19.15 Uhr schien der letzte das Haus verlassen zu haben und der Insolvenzverwalter schloss ab.
„Warte ich checke ab, ob noch irgendeiner im Haus ist.“
Er arbeitete still an den Computern und drehte sich dann zu mir um: „Was für ein Anfänger. Also, niemand mehr im Haus. Allerdings hat der Typ noch nicht einmal die Alarmanlage eingeschaltet, kann er auch nicht mehr, weil alle Sicherheitschipkarten deaktiviert wurden und seine nur den Zugangscode zum Geschäftsleiterbüro beinhaltet. Damit uns niemand stört, sperre ich den Zugang von außen bis Dienstag. Keine Angst, heraus kommen wir zusammen oder einzeln immer.“

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