Emanuelle und die drei Schwimmer

Der Gestalten klettern über das felsige Kap, das die kleine Bucht abschließt. Sie nähern sich im Spazierschritt, ab und zu dem Strandgut einen Tritt versetzend oder eine rote Qualle mit dem Absatz durchbohrend.
Sie kommen an dem Holzhaus vorbei, werfen einen Blick darauf, aber sie befinden sich auf der Seite, wo die Terrasse liegt, und können die schlummernde Anna Maria nicht sehen. Es sind junge Männer, schön, muskulös, gebräunt, blond, mit energischen und intelligenten Gesichtern, die einander bis aufs Haar gleichen: Sie müssen Brüder sein. Einer von ihnen prüft das Wasser mit dem Fuß, nickt zustimmend. Mit einem Satz springen sie hinein und schwimmen los.

Sie sind bald außer Sichtweite. Als die Schwimmer zurückkehren sind sie zu viert. Die drei Männer sind Emanuelle begegnet, die sich von der Dünung treiben ließ, und haben sie umringt. Sie haben sich zunächst damit begnügt, sie zu betrachten, ihr zuzulächeln, und dann haben sie sie gefragt, wer sie sei, woher sie komme, ob sie allein sei, und all die anderen Dinge, die junge Leute fragen, in denen der Plan reift, eine Unbekannte zu verführen.
Emanuelle hat geantwortet, und sie wissen, dass niemand sie beschützt, dass es um diese Zeit, in dieser verlassenen Bucht, unwahrscheinlich ist, von jemanden gestört zu werden. Sie ist der Umzingelung jedoch entkommen; sie mussten mit ihr um die Wette schwimmen; sie sind auf diese Weise wieder in Ufernähe gekommen. Dort wo das Wasser durchsichtiger ist, entdecken sie, dass Emanuelle nackt ist. Ihre Sinne entflammen, sie nähern sich ihr, berühren sie, zuerst einer, dann alle drei gemeinsam, an den Brüsten, am Gesäß. Sie sagen ihr, dass sie noch nie ein schöneres Mädchen gesehen haben.

Hat sie keinen Liebhaber, liebt sie seine Küsse? Eine Hand schiebt sich zwischen ihre Beine. Finger befühlen sie, versuchen, sie zu öffnen. Aber sie entwischt von neuem, halb schwimmend halb laufend, und verlässt das Meer als schaumgeborene, mit Wassertröpfchen Benetzte, die mit Algen vermischten Haare schüttelnd, das Gesicht der Sonne zugekehrt.
Die Jungen holen sie vor dem Bungalow ein: Sie lässt sich in den Sand fallen, gibt ihnen ihren schwer atmenden Körper preis, auch ihre Lippen, in die der erste, der sie nehmen wird, vor Begierde hineinbeisst. Sie spürt, wie sich sein Glied, so hart wie der nahe Fels, an ihren Schenkeln reibt, gegen ihre Scham stößt.

Sie hat Verständnis für seine Ungeduld, öffnet sich ihm, überlässt sich bedingungslos der Kraft seiner Stöße. Sie ist glücklich, dass sich ihr Eroberer erst gar nicht bemüht hat, ihre Einwilligung zu erlangen, dass er sie nimmt, wie es ihm passt, ohne sie vorzubereiten, dass er über sie herfällt, als könne er es nicht erwarten, sie zu befruchten. Anschließend werden die anderen an der Reihe sein. Aber nein: Nach dem ersten Ungestüm beherrscht er sich, genießt den Körper, den er begehrt hat, mit größerem Raffinement; und jetzt bewegen seine Küsse Emanuelle genauso sehr wie die Gewalt seiner Brunst.

Abrupt lässt er sich zur Seite, dann auf den Rücken rollen, wobei er sie mitzieht, so dass sie nun auf ihm liegt. Sie durchschaut nicht den Sinn dieser Bewegung, als sie spürt, wie neue Hände ihre Hinterbacken spreizen, sie auseinander drücken, und wie dort ein weiteres Glied unaufhaltsam eindringt, ohne dass sich der erste Liebhaber aus ihrem Geschlecht zurückgezogen hätte. Das Salz des Meeres hat ihre Schleimhäute ausgetrocknet, doch sie weigert sich, an den Schmerz zu denken:
Wie könnte sie etwas anderes sein als glücklich? Die Lust dieser Zwillingsglieder in ihrem Bauch und ihren Lenden ist zugleich ihre Lust. Sie stellt sie sich lang kräftig, gekrümmt, unübertrefflich, zur Befriedigung entschlossen vor nur durch dünne Häutchen voneinander getrennt. Sie möchte, dass selbst dieses Hindernis weicht, dass die Männer ihre Wandungen, jeder von seiner Seite, aushöhlen und durchbrechen, und sich in ihr zu verbinden, Fleisch an Fleisch, dass sich die Glieder der Männer brüderlich vereinen und schließlich in einer grenzenlosen Ejakulation verschmelzen.

Aber das ist noch nicht genug: eine letzte Pforte, ein weiterer wollüstiger Hafen ihres Körpers ist noch frei. Diese Finger, die sie jetzt an den Schläfen festhalten, sie hat sie erwartet: Der Penis des dritten Mannes dringt in ihren Mund. Geknebelt! Wo sie doch vor Freude laut schreien möchte! Lachen, singen, ihr beneidenswertes Schicksal und den Stolz auf ihre Mysterien feiern.
Wie einmalig ihr Glück ist! Und wie schön ihre Helden sind! Welcher ist ihr am liebsten? Aber muss sie überhaupt wählen? Sie sind für sie ein Liebhaber, der Liebhaber, der einzigartige Liebhaber, dessen triadischer Körper im Morgen des Meeres gezeugt wurde, damit Emanuelle gänzlich zur Frau gemacht wird. Triumph der Sinne?

Aber nein! Diese Erfindung des menschlichen Geistes, diese Kunst, die auf die Natur herabblickt, wer würde noch wagen, sie fleischlich zu nennen? Verewigendes Wunder! Sie liebt! Sie erinnert sich an die Fruchtsamkeit der Jungfrau: „Ist das die Liebe?“ Diese Körper, die überall in ihr sind, sind das Absolutum der Liebe. Ihre Liebhaber erreichen der Reihe nach in ihr den Höhepunkt. Sie be- freit sich – so unvermittelt, dass keiner von den dreien Zeit hat, sich darauf gefasst zu machen.
Ihre Schenkel entspannten sich, sie springt auf die Terrasse, überschreitet die Schwelle des Zimmers, wo Anna Maria erwacht. Emmanuelle kniet nieder, mit beiden Händen die Beine ihrer Geliebten spreizend.

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