Kerstins neues Zuhause, Teil 6 – Peters Chef

Der Umzug am nächsten Tag verlief sehr hektisch. Alles lief durcheinander, doch ich muß sagen, dass Pedro und seine Freunde super mitgeholfen haben. Ohne Sie hätten wir es wohl nicht an einem Tag geschafft. Einen LKW hatte Peters Chef besorgt, so dass wir recht kostengünstig davonkamen.
Abends lud mein Mann alle noch einmal zu einem Umtrunk in unserem neuen Haus ein. Gemütlich saßen wir alle zusammen und unterhielten uns lachend über die eine oder andere Panne, die im Laufe des Tages passiert war. Irgendwann kam auch Peters Chef noch vorbei und brachte einen riesigen Blumenstrauß für mich mit. Zum Glück waren alle Gäste gegen 22.00 Uhr weg, so dass Peter und ich total erschöpft aber zufrieden ins Bett fallen konnten. Als ich fast schon eingeschlafen war, vernahm ich leise Peters Stimme: „Du Kerstin…, der Pedro und seine Freunde sind echt total nett, als ich Ihnen allen vorhin ihre Mithilfe bezahlen wollte haben sie alle abgelehnt und gemeint, dass sie uns beiden sehr gern geholfen hätten und kein Geld dafür wollten… kannst du dir diese Freundlichkeit erklären…?“

Unter meiner Decke lief ich knallrot an. Zum Glück konnte Peter das in der Dunkelheit nicht erkennen. Ich tat sicherheitshalber einfach so als wäre ich schon eingeschlafen, denn es hätte ihm bestimmt nicht gefallen, wenn ich ihm die tatsächliche Begründung genannt hätte. Den nächsten Tag verbrachte ich mit einräumen und Kartons auspacken. Mein Mann hatte frei und half tatkräftig mit.

Abends bei einem Glas Wein eröffnete er mir, dass er noch eine Überraschung für mich hätte: „Kerstin…, übrigens habe ich das Haus für uns gekauft. Mein Chef hat mir ein sehr gutes Angebot gemacht.“
Ich fiel aus allen Wolken, denn das hatten wir so überhaupt nicht abgesprochen…, nun ja…, ich freute mich aber auch riesig nun endlich etwas Eigenes zu haben… und nahm mir vor, dass Haus besonders schön einzurichten. Nun ja, es dauerte ca. sechs Monate als mein Mann immer merkwürdiger wurde. Er reagierte nicht mehr so fröhlich, war sogar fast verschlossen. Wenn ich mal mit ihm ausgehen wollte, lehnte er ab. Und sexuelles Interesse schien er auch nicht mehr an mir zu haben.

An einem Donnerstag morgen erhielten wir dann auch noch Post von einem Gerichtsvollzieher. Peter war nicht da, und neugierig schaute ich nach, was dort zu lesen stand. Es war die Mitteilung über den Versteigerungstermin unseres Hauses! Ich fiel aus allen Wolken, denn damit hätte ich nie gerechnet. Peter hatte nicht eine Überweisung an die Hypothekenbank vorgenommen.
Verwirrt schnappte ich mir Pia und lief ziellos durch die Stadt… ich mußte nachdenken… doch plötzlich sah ich unser Auto am Straßenrand stehen… direkt vor einer Spielothek…! Oh NEIN…! Doch leider stimmte mein erster Gedanke… als ich durch das Fenster schaute, sah ich Peter vor drei Spielautomaten sitzen…, und sie mit Geld füttern…!
Abends stellte ich ihn zur Rede, verzweifelt gab er alles zu! Zärtlich streichelte er meine Hände und versuchte mich zu trösten: „Schatz, ich mache eine Therapie. Mein Chef wird uns bestimmt auch helfen, dass wir hier wohnen bleiben können, ansonsten müssen wir uns leider eine Wohnung suchen.“ Wenigstens hatte er einen festen Arbeitsplatz, auf den er auch sehr stolz war. Und er hatte einen super netten Chef. Klaus Schneider war ein wirklich sympathischer Mann, etwa 41 Jahre alt und manchmal etwas klotzig, aber trotzdem ein guter Chef. Ich hatte ihn ja auf der Einweihungsparty unseres neuen Hauses kennengelernt.

Am nächsten Tag ging mein Mann zu seinem Chef, dem auch sofort auffiel, dass es seinem Angestellen nicht gut ging. „Was ist los, Herr Cornwall…? Probleme…?“ hatte er ihn gefragt. Peter erzählte ihm von dem Brief und seiner Spielsucht. „Herr Cornwall, kommen Sie heute Abend mal zu uns. Wir, meine Frau und ich, laden Sie beide zum Essen ein. Ich denke, dass wir schon eine Lösung für ihr Problem finden werden…!“
Ich war total aufgeregt und nervös. Es ging schließlich um unsere Zukunft. Ich wollte mich von meiner besten Seite zeigen, deshalb zog ich eine schwarze Strumpfhose und mein schwarzes, kurzes Kleid mit der Knopfleiste vorne an. So machten wir uns auf den Weg. Frau Schneider öffnete uns. „Oh, guten Abend. Herzlich willkommen Frau Cornwall, Herr Cornwall. Treten Sie ein.“Wir gingen in die Eingangshalle des Hauses, das eher einer Villa glich. Peters Chef kam in einem dunklen Anzug die breite Treppe herunter und begrüßte uns. Er musterte mich von oben bis unten, dass es mir schon fast peinlich war.
Dann sagte er, während er immer noch unverschämt auf meine schlanken Beine sah: „Bezaubernd, Frau Cornwall. Wie wunderschön Sie sind…!“ Eine Bedienstete servierte uns das Abendessen. Erst nach dem Dessert kam Peters Chef auf unsere Situation zu sprechen: „Herr Cornwall, ich habe mir Gedanken gemacht. Die Situation ist für Sie so nicht tragbar. Ehrlich gesagt, ist die Versteigerung wahrscheinlich nicht zu vermeiden. Aber ich mache Ihnen ein Angebot. Hören Sie genau zu…! Also, ich biete Ihnen folgendes an. Sie brauchen sich keine Gedanken mehr um Ihre finanzielle Situation zu machen und können wieder sorgenfrei leben. Unter einer Bedingung…!“

Das könnte dich auch interessieren...