Unfreiwillige Fick-Vorstellung

„Rove wird auch immer langweiliger“, sagte ich zu meiner Frau. Seit einem Dutzend Jahren lebten wir nun schon in Australien, die Talkshow von Rove gehörte eigentlich zu unseren Lieblingssendungen, aber heute abend war sie stinkend langweilig. „Ich glaube, gehe ins Bett“, sagte Gabi und streckte sich. Ihr Flanellschlafanzug dehnte sich leicht. Trotz ihrer 47 Jahre sah sie nicht schlecht aus, dachte ich. Schade, dass wir kaum noch miteinander schlafen. Das letzte Mal war schon drei Monate her. Damals waren wir mit unserer neun Jahre alten Tochter ein paar Hundert Kilometer die Küste hoch gefahren und in einem Ferienappartment ein Wochenende verbracht. Nachdem ich die kleine Sarah ins Bett gebracht hatte, hatten wir auf dem Sofa geschmust. Der Liebesakt war dann wie immer: Sie leckte mir den Schwanz, ich leckte ihre Möse bis zum Orgasmus, dann fickte ich sie in verschiedenen Stellungen, bis es mir kam.

Das war leider die Ausnahme, denn unser Sexleben war ansonsten fast völlig eingeschlafen. Ich hatte sogar mal versucht, mit ihr darüber zu sprechen, aber sie hatte mich ziemlich abgebürstet und klar gemacht, dass es ihr alles nicht so wichtig wäre.

Während ich noch darüber nachdachte und gleichzeitig den „gemütlichen“ Flanellschlafanzug beobachtete, wie Gabi immer sagt, klingelte es an der Tür. „Wer zum Teufel ist das?“, rief Gabi, denn jedwede Störung nach sieben Uhr gilt in Australien als rüde. Früher, als wir noch in Deutschland lebten, hatten wir einen ganz anderen Freundeskreis, selbst mitten in der Nacht tauchten plötzlich Bekannte auf. Aber in den weit draussen gelegenen Vororten von Sydney werden um sieben Uhr die Bürgersteige hoch geklappt.

Ich ging also zur Tür mit unserem Hund an der Seite, machte das Tor auf – und fühlte im Halbdunkeln einen kräftigen Druck in den Rippen. „Lass mich rein, oder ich blas dich weg“, raunte der Typ. Ich bin schon an sich kein besonders mutiger Mensch und schon gar nicht mit einem Revolver vor dem Bauch, also befolgte ich den Befehl. Wir marschierten zu zweit ins Wohnzimmer, wo Gabi noch immer auf dem Sofa lag und gerade ins Bett gehen wollte. „Was zum Teufel“ rief sie noch aus, bevor der Mann, der mich in seiner Gewalt hatte, eingriff.

„Halts Maul, Tussi“, stiess er hervor, „wenn du Zicken machst, gehts deinem Alten schlecht.“ Er setzte sich betont lässig auf unser Sofa, schmiss seine Tasche neben sich, kratzte sich unter dem rechten Arm, hob seinen Revolver und wandte sich an meine Frau. „Hör zu Baby“, säuselte er, „weisst du, was ein Voyeur ist?“ „So ein Sack wie Du“, zischte Gabi. „Aber ich hab ne Knarre“, gab er zurück, „also noch mal, was ist ein Voyeur?“

„Einer, der anderen beim Sex zuschaut“, anwortete Gabi wesentlich friedlicher, um den Eindringling zu beruhigen. „Richtig“ gab der Mann mit der Strumpfmaske zurück, „und so einer bin ich. Aber ich habe es satt, immer zu warten, bis die Action anfängt. Könnt ihr euch eigentlich vorstellen, wie es ist, einen ganzen Abend in einem Baum zu hängen, und dann tut sich nix. Die beiden geben sich einen süssen Kuss und drehen das Licht aus. Deswegen habe ich beschlossen, die Regie selbst zu übernehmen.“

„Zieh was Geiles an“, stiess er hervor, „los jetzt. Und wenn Du ans Telefon gehst, blas ich Deinen Alten weg.“ Gabi gucke mich hilfesuchend an, mir blieb nichts anderes übrig, als ihr resigniert zu zu nicken: „Mach, was er sagt.“ Sie verschwand Richtung Schlafzimmer, ich blieb mit dem Eindringling zurück. Kurze Zeit später tauchte sie wieder auf. Sie hatte ihren grünen Spitzenschlafanzug an, den ich – natürlich nur für mich selbst – ihr Haremsoutfit nenne. Wadenlange, seidige Hose, ausgeschnittenes Top mit Spitzen. Darunter zeichnete sich deutlich ihr kleiner Busen mit den großen Warzen ab. „Und jetzt?“, sagte sie ängstlich, aber auch ein bisschen trotzig.

„Jetzt geht’s los“, sagte der Mann mit der Knarre, und trotz der Strumpfmaske konnte man sehen, dass er breit grinste. „Kurz zu den Spielregeln. Die sind simpel. Ich sage, was ihr macht, und ihr macht es. Klar?“ „Aber du Schwein kannst doch nicht so einfach, hier“, versuchte Gabi nochmal den Kerl zu stoppen, aber der fiel ihr ins Wort: „Und ob ich kann. Und weisst du auch warum? Weil ich ’ne Knarre hab‘ und ihr nicht!“

Gabi sah jetzt noch ängstlicher aus als vorher, mir war nicht weniger mulmig, mit dem Typen war offenbar nicht zu spassen. Wenigsten gut, dass unsere Tochter ausgerechnet diese Nacht bei einer Freundin übernachtete. „So jetzt geh mal zu deiner Alten und zieh ihre Titten raus. Viel scheints ja nicht zu sein, aber der Mensch freut sich.“ Wieder grinste er hinter der Strumpfmaske dreckig. „Bitte, ich hab Geld im Haus, ich gebe ihnen was, aber bitte verlangen sie das nicht von uns“, versuchte ich noch einmal.

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