Latex-Fetisch

„Noch etwas Wein, mein Herr?“ fragte der Ober höflich. „Ja, bitte.“
Mark schob sein Glas nach vorn und sah kurz von seinem Stroganoff auf. „Die Dame auch?“ Fiona nickte während ihr Glas bereits gefüllt wurde. Nachdem er seine Pflichten erledigt hatte zog sich der Ober zurück und wandte seine Aufmerksamkeit den umliegenden Tischen zu. Jetzt erzähl‘ mir doch mal mehr über diese erotische Phantasie.“ forderte sie ihn auf.

„Ich kann nicht – mir fällt nichts mehr ein, totaler Burnout,“ antwortete er.
„Das gibt’s doch nicht,“ sagte sie ungläubig. Sie aßen schweigend eine Weile weiter. Sie saßen gemütlich in einer abgetrennten Ecke des Lokals, weg von den anderen Tischen.

“ Hast Du heute schon erotische Phantasien gehabt?“ fragte Mark unvermittelt. „Natürlich.“ lächelte sie. „Dann hilf mir doch mal, ich muss irgendetwas zu Papier bringen oder mein Verleger röstet mich!“ Sie dachte einen Augenblick nach.
„In Ordnung, wir wechseln uns ab. Ich fange an, und wir lassen uns mal überraschen wo wir hingelangen.“ Sie kaute auf einem Stück Steak herum und lehnte sich dann vor, ihr Gesicht dicht vor dem seinen.

„Ein Mann ist auf dem Weg nach Hause, durch die Stadt. Es ist sehr spät, zwei, vielleicht drei Uhr morgens. Der Regen hat gerade aufgehört, kleine Tümpel am Straßenrand reflektieren orange das Licht der Straßenlaternen. Er hat einen weiten Weg und nahm deshalb eine etwas riskante Abkürzung durch ein heruntergekommenes Viertel. Es ist kalt und feucht, er hat seine Hände tief in die Taschen seines Mantels gestemmt. Plötzlich bleibt er stehen. Da war eine Bewegung vor ihm, in der Einfahrt. Er zieht die Hände aus den Taschen und ballt sie zu Fäusten, seine Augen suchen die Strasse nach geeigneten Fluchtwegen ab. Er ist völlig allein hier. Er kommt auf Höhe der Einfahrt und gewahrt die Silhouette einer Frau, das Gesicht im Schatten verborgen. Er blieb stehen, starrt sie kurz an, und will weiter gehen. ‚Können Sie mir sagen, wie spät es ist ?‘ fragt sie mit einer rauchigen, tiefen Stimme. Er dreht sich wieder zu ihr um.“

Fiona setzte sich mit einem Lächeln zurück. „Du bist dran!“ Sie nippte an ihrem Wein. Mark zögerte keinen Augenblick und fuhr mit der Geschichte fort.
„‚Sicher, zehn nach Drei,‘ antwortet der Mann, ‚und der Wetterbericht sagt dunkel, kalt und nass!‘ ‚Danke! ‚ Für einen Augenblick lang gibt es ein seltsames Schweigen. Er will sich gerade umdrehen und gehen, als sie sagt: ‚Haben Sie sich einmal in die Lage einer Frau versetzt, die um diese Zeit allein herumspaziert?‘ ‚Riskant!‘ ‚Genau.‘ Sie scheint darauf zu warten, dass er ein Angebot macht. ‚Ich könnte Sie begleiten. Ich fühle mich auch allein,‘ sagt er endlich. ‚Vielen Dank. Ich wohne etwa einen Kilometer entfernt. Wenn Sie mich begleiten, können Sie bei mir einen warmen Kaffee bekommen, und ein Taxi!‘ Ihre Stimme klingt wunderbar, tief und rau, kommt aus dem Schatten geflossen. ‚Fein,‘ lächelte er. ‚Es gibt nur einen Haken,‘ sagt sie da. ‚Meine Handgelenke sind gefesselt!‘ Fiona muss lächeln, als Mark innehält, ihre Augen glänzen im Kerzenlicht. Nachdem sie kurz nachgedacht hat, spinnt sie die Geschichte weiter. „Er war völlig überrascht, als sie aus dem Schatten trat.

Sie trug ein knöchellanges, schwarzes Latexcape, glänzende Falten raschelten bei jeder Bewegung. Ihr bleiches Gesicht wurde von der Kapuze umrahmt, die sie tief in die Stirn gezogen trug. Die polierten Spitzen ihrer hochhackigen Stiefeletten blitzten unter dem Saum des Capes hervor. Er schluckte. ‚Wie ich sehe sind Sie für den regnerischen Abend passend angezogen, aber was ist mit den Handschellen?‘ Ein leichtes Lächeln spielte über ihr Gesicht. ‚Ich war auf einer Party. Einer besonderen Party. Ich war auf dem Weg nach Haus, mit meinem Freund als ich herausfand, dass er mit einer Anderen zusammengewesen war. Wir hatten einen Streit und der Idiot ließ mich hier so zurück. Der Schlüssel zu den Handschellen hängt um meinen Hals.‘

Er starrte sie bloß an. ‚Wenn Sie mir nicht glauben, öffnen sie doch das Cape!‘ Sie warf den Kopf zurück als er näher kam und begann, unter ihrem Kinn am Verschluss des Capes zu fummeln. Mit einem Ratsch zog er den Reißverschluss herunter, das Gummi raschelte als er die Seiten zurückschlug. Zum Vorschein kam eine schwarzglänzende Figur, die im Licht der Laternen glitzerte. Ihr gummiumschlossener Körper zitterte in der Kälte der Nacht.
Ein süßer, warmer Duft drang in seine Nase und tief sog er das Aroma ihres gummierten Körpers ein. Sie drehte sich leicht und zeigte ihm ihre Handgelenke, die mit Handschellen hinter ihrem Rücken gefesselt waren. Er nahm die Schlüssel von ihrem Hals und ließ sie frei. ‚Danke,‘ sagte sie und rieb ihre Handgelenke, wo der Stahl gedrückt hatte. Er reichte ihr die Handschellen und wagte ein Experiment: ‚Eigentlich fand ich es besser, als Du gefesselt und in Dein Cape eingeschlossen warst,‘ sagte er sanft. Sie sah auf, ich dunklen Augen verengten sich fragend. Einige Sekunden lang starrten sie sich schweigend an, dann gab sie ihren die Schlüssel zurück. Mit einer Leichtigkeit, die auf Übung schließen ließ, schloss sie ihre Arme wieder hinter dem Rücken zusammen. Schweigend zog er den Reißverschluss am Cape hoch und führte sie hinaus auf die Strasse. Sie gingen los.“

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