Ein Tag auf der Rennbahn

„Das sieht ja interessant aus.“ Jane blickte auf ein Kärtchen, das plötzlich auf unserem Tisch gelegen hatte, nachdem wir vom Tanzen zurückgekommen waren, und reichte es mir herüber. Bei unserer Ankunft war der Club nur halbvoll gewesen, so dass wir ausnahmsweise in den Genuss eines reservierten Tisches gekommen waren. Wir hatten uns erst wenige Monate zuvor kennen gelernt und waren seither regelmäßig hierhin gegangen, weil wir die entspannte Atmosphäre und die lebensechten Floorshows schätzten. Es war schön, sich in Gesellschaft Gleichgesinnter zu wissen.

Ich lehnte mich vor und sah auf die Karte. Es war eine Einladung zu „einem Tag auf der Rennbahn“, von Eric und Catherine, den Eigentümern des Clubs Ort, Zeit und Datum waren angegeben. Da ich wusste, dass Jane sich wenig für Reitsport interessierte, sah ich sie fragend an. Sie lächelte, beugte sich vor und wendete die Karte um. Auf der Rückseite stand Strict Dress Code“. Das war es also, was ihr Interesse geweckt hatte. „Sollen wir hingeben?“ fragte sie, und sah mich fragend an, aber ich wusste, dass die Entscheidung schon gefallen war. So war sie manchmal. Jane steckte die Karte ein und stand auf. „Komm, lass‘ uns wieder tanzen.“ Sie ging zur Tanzfläche und ich musste einfach folgen – ich hatte keine Wahl!

Farbiges Licht glitzerte auf ihrem Gummianzug, ihrem Lieblingsoutfit, komplett mit turmhohlen Stilettoabsätzen. Ein breiter Ledergürtel schnürte ihre Taille zusammen und wurde von Vorhängeschlössern gesichert. Eine tolle, lange Kette verband ihren Gürtel mit meinem ledernen Halsband. Auch ich trug einen Ganzanzug, nur war ich zusätzlich in Handschellen und trug auch eine Kopfhaube, und meine Fußgelenke verband ebenfalls eine kurze Kette. Unter diesen Umständen wurde einem beim Tanzen mächtig heiß, aber ich beschwerte mich nicht. Bevor wir gegangen waren, hatten wir wie immer eine Münze geworfen, um herauszufinden, wer den Verlauf des Abends bestimmen sollte. Ich hatte heute verloren.

„Das muss es sein,“ sagte ich als wir von der Hauptstrasse in einen kleinen Privatweg eingebogen waren, der mit beschnittenen Rhododendrons gesäumt war. Ein dichter Baumbestand schützte das Haus vor Einblicken.

„Also Geld haben die hier auf jeden Fall,“ meinte Jane. Ich warf einen Blick auf sie die aufrecht auf dem Beifahrersitz saß. Was für ein Glück, dass ich heute morgen beim Münzenwerfen gewonnen hatte. Sie trug ihren üblichen, engen Catsuit aus glänzend poliertem Gummi, und darüber einen sehr engen, knielangen Rock. Ihre Hände in Handschellen lagen auf ihrem Schoss. Eine kurze Kette zwischen den Fesseln erlaubte ihr nur kleine Schrittchen auf ihren steilen Lacksandaletten. Elegant und sinnlich strahlte sie sowohl Macht wie auch Verletzlichkeit aus, was uns beide anmachte. Die Auffahrt führte durch die Bäume über eine weite Rasenfläche, bevor wir vor dem Haus hielten. Ich half Jane aus dem Wagen und sah grinsend zu, wie sie über den Kies stolperte, bemüht durch angestrengtes Auf-Zehenspitzen-Laufen ein Einsinken ihrer spitzen Absätze zu verhindern. Catherine öffnete die Tür und hieß uns herzlich willkommen.

Sie zog uns sogleich in den hinteren Bereich des Hauses, wo auf einer großen Terrasse Speisen und Getränke bereit standen. Zahlreiche andere Gäste standen herum, aßen oder unterhalten sich. Alle waren in Gummi oder Leder gekleidet und sofort fühlten wir uns unter Freunden. Schon kurz nach unserer Ankunft kam Eric, der Gastgeber, aus dem Haus um die ersten Rennen anzukündigen. Vier Mädchen erschienen, alle gleich gekleidet in schwarzen Lederkorsetts, schwarzen Nylonstrümpfen und kniehohlen Schnürstiefeln aus Lackleder, mit hohen Absätzen.

Jede trug ein Kopfgeschirr mit einer Trense, und allen waren die Hände auf dem Rücken mit Handschellen geschlossen. Während die Mädchen paradierten, nahm Eric mich und Jane beiseite und erklärte: „Da ihr die einzigen Gäste seid, die vorher noch nie hier waren, erkläre ich euch was vorgeht. Die Mädchen haben alle trainiert und ein nötiges Maß an Fitness erreicht. Wir lassen sie regelmäßig Rennen laufen, und halten Wetten ab, wie beim Trabrennen, die Einnahmen werden für wohltätige Zwecke gespendet. Jeder hat etwas davon – die Girls bleiben fit, wir haben Spaß, die Wohlfahrt kriegt Geld. So einfach ist das.“ Ich musste zugeben, dass dies der ungewöhnlichste Weg war, Gelder für die Wohlfahrt zu sammeln, den ich kannte. „Ich gelb‘ euch einen Tipp ‚ sagte Eric. „Nummer 3 ist besonders gut im Training.“

Er nickte einer kleinen, kräftigen Frau zu, die darauf los ging um den Start zu überwachen. Ich setzte auf Nummer 3 und manövrierte Jane in einen Stuhl. Wir sahen zu, wie die Mädchen vor kleine Sulkys gespannt wurden, deren Deichseln an breiten Taillengurten festgeschnallt wurden. Zügel wurden an den Trensen angebracht und die Jockeys bestiegen die Wagen. Die Rennstrecke verlief über lange Kieswege durch den parkähnlichen Garten. Eric stand auf, hob die Startflagge und schon ging es los! Es war in der Tat ein außergewöhnlicher Anblick, wie diese zierlichen Sulkys von den Ponygirls gezogen wurden. Ihre wohlgeformten Beine stampften auf und ab, die Gesichter von Anstrengung gezeichnet.

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