Die Praktikantin beim Frauenarzt

Als Praktikantin bei diesem halsabschneiderischen Frauenarzt lag es natürlich wieder an mir, die Praxis zu reinigen. Die letzten Worte des reizenden Menschen waren:“Diesmal gibst Du dir aber mal mehr Mühe, nicht wieder so eine schlampige Wische wie beim letzten Mal. Vor allem der Untersuchungsstuhl bedarf einer ausgiebigen Pflege!“

Mit diesen Worten verließ er die Praxis und ließ mich allein und ärgerlich zurück. Da stand er, der Stuhl, der wahrscheinlich schon in den Gedanken eines jeden Mannes eine Rolle gespielt hatte. Die Konstruktion war einfach, zweckmäßig und genial: Auf einer Stahlleiste, auf dem Boden verankert, war ein nicht allzu bequemes Polster, das von einem schwarzem Leder überzogen wurde, die Lehne konnte auf verschiedenste Winkel eingestellt werden, alles in allem also ein Stuhl wie jeder andere, fiele da nicht der entfremdete Blick eines jeden auf die Verstrebungen, die gleich unterhalb des Stuhles zum Vorschein kamen und links und rechts in ein kleines, halbrundes und nach oben geöffnetes rohrförmiges Polster endeten.

Nur ein unschuldiges Kind hätte nicht sofort zu sagen vermocht, was dort auf jenem Polster hingelegt werden sollte. Ist es denn verwerflich, beim Anblick eines derartigen Gestelles die Gedanken schweifen zu lassen? Sich vorzustellen, dort säße gerade eine junge hübsche Frau, die sich nackt im ‚Stuhl‘ räkelt und die Beine gespreizt und in die Höhe angewinkelt auf die beiden Polster legt, läge das so schrecklich fern?

Und so begann ich, vor mich hin zu träumen, und dies ist meine Beichte für das perverse, anstößige, abwegige und doch nicht allzu seltene Treiben in meiner Welt der Gedanken… Tief seufzte ich, da mir bewusst wurde, dass in Ermangelung meiner Wunschpatientin, die eigentlich keine hätte sein können, da ihr nichts gefehlt hätte, meine Gedanken sich unerfüllt verflüchtigen würden und doch tief im Unterbewusstsein durch stetes Drängen immer wieder ‚den Stuhl‘ schmerzhaft vor meinem geistigen Auge hätten erscheinen lassen.
Da hörte ich, wie im Nebenraum die Tür aufging. Ein wenig erschreckt ging ich die Sache untersuchen, denn wäre da mein Chef eingetreten, um meine Arbeit zu besichtigen, hätte ich mit Schwierigkeiten rechnen müssen, da noch alles unverrichteter Dinge war. Es ist schwer zu sagen, ob ich erleichtert war oder noch nervöser wurde, als ich meinen Gast sah, der keinesfalls um diese Zeit hätte da sein sollen.

Mein Gast war eine Frau. Sie war nicht sehr groß, etwa an die 165cm, sehr jung, sie hatte braunes, leicht gelocktes Haar, das ein kleines Stück über ihre Schultern hing. Sie war von fester Statur, doch keinesfalls dick, eben eines jener engelsgleichen Geschöpfe, die nicht allzu zerbrechlich schienen. Ihr Gesicht war nicht etwa betörend schön, aber die Gesichtszüge waren weich und doch bestimmt, die Augenbrauen konturenreich und betonten die dunklen, rätselhaften und unergründlich tiefen Augen, die mich fragend und zugleich wissend anguckten, und so, wie sie das Gesicht ganz leicht nur auf die linke Seite geneigt hatte, zog mich ihre gesamte Erscheinung sogleich in ihren Bann.

Nebenbei gesagt war da noch anderes, das meine Blicke lenkte: Die üppigen und klar auf der Bluse abgezeichneten Brüste…
Ich sagte: „Es tut mir leid, aber wir haben leider geschlossen. Komm doch morgen wieder.“
„Nun, ähm, weißt du, irgendwie bin ich gerade deshalb gekommen, WEIL geschlossen ist…“ und leicht errötete sie bei diesen Worten. Natürlich ist dem geneigten Leser nun klar, was der Sinn dieses unerwarteten Besuches ist, und worauf die ganze Geschichte hinzielen könnte. Ich bin nicht etwa so dumm, wie es meine nächste Frage glauben macht, aber sie musste gestellt werden, obgleich ich wusste, was diese Junge Frau hierher gelockt hatte.

„Ich verstehe nicht ganz…“ (Unterdrücktes ‚Smile‘) „Es mag verrückt klingen: Ich war letzte Woche hier untersucht worden, und, ähem, ich weiß nicht, wie ich es sagen soll, aber dieses Gerüst, oder besser, diese eigenartige Konstruktion, auf der ich damals saß, war Gegenstand meiner Tag- und Nachtträume in den folgenden Tagen.“

Ich bemerkte, wie ihre Augen auf einmal ihren Ausdruck verändert hatten, als die Frau ‚dieses Gerüst‘ gesagt hatte, und auch die Brüste hatten sich stärker auf der Bluse abzuzeichnen begonnen. Ich wusste diese Zeichen zu deuten und half ihr, das Gespräch in die von uns beiden gewünschte Richtung zu lenken:

„Könnte es sein, dass du den Untersuchungsstuhl meinst? Komm doch mit und sieh‘ in dir noch einmal an, wenn du das möchtest…“ Ohne ihre Antwort abzuwarten, ging ich voraus in den Untersuchungsraum, wo sich ‚der Stuhl‘ befand. Sie folgte mir ohne zu zögern und ging gleich zum Stuhl hin, als sie ihn erblickte und begann ihn ein wenig scheu, doch von Neugier getrieben mit den Händen zu betasten, wobei sie die beiden Verstrebungen mit dem Wadenpolster fasziniert anblickte und aufs sorgfältigste untersuchte.

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