Owned – Teil 1, der Urlaub

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‚Und wenn alles in Stücke gerissen ist- ist nichts mehr wie es einmal war.‘

Ich hatte die letzten Monate intensiv an mehreren Projekten gearbeitet, die mich täglich 10-14 Stunden, meist sechs, teils sieben Tage die Woche in Anspruch genommen hatten.
Alles war wunderbar gelaufen, ich war auf dem Weg nach oben….. aber jetzt war ich erst einmal völlig ausgepowert und brauchte eine Woche Entspannung, ansonsten wäre ein Zusammenbruch wohl unvermeidlich gewesen.

Also buchte ich kurz entschlossen einen Lastminute Trip nach Griechenland, genauer gesagt nach Kreta. Ich hatte mir einiges verdient (endlich auch einmal finanziell….) und gönnte mir daher ein richtig nobles Hotel, nachdem ich bisher mangels nötigem Kleingeld immer in billigen Klitschen abgestiegen war: 5 Sterne, wunderbar gelegen und ein Zimmer, das fast genauso groß war wie meine Wohnung (aber auch die würde ich jetzt wohl endlich bald aufgeben können).
Sofort, als ich angekommen war, machte ich es mir am riesigen, gepflegten Pool gemütlich, ließ mir Cocktails bringen und genoss die Ruhe und Entspannung.
Aller Streß fiel von mir ab und ich konnte endlich wieder einfach die Gedanken baumeln lassen und relaxen….. himmlisch!

Doch es war natürlich einfach zu perfekt, um wahr zu sein: als ich gerade einigen äußerst gut gebauten jungen Damen, die sich im Wasser vergnügten, mit den Augen meine Aufwartung machte und ihren herrlichen Anblick genoß, setzte sich ein Mann neben mich und fing sofort an, mir die Ohren voll zu quatschen!! Shit! Ich wollte einfach nur entspannen und hatte auf Gesellschaft nun wirklich keine Lust (von den netten jungen Dingern vielleicht später am Abend einmal abgesehen….)!
Verstehe man mich nicht falsch, der Mann war keineswegs die klassische Variante einer Nervensäge, wie sie einem ausgerechnet im Urlaub immer über den Weg zu laufen schien.

Er war vielmehr ein eigentlich sehr sympathischer Kerl meines Alters, hatte einige gute Sätze drauf und wirkte eigentlich sehr locker und unterhaltsam….. nur wollte ich eigentlich einfach nur alleine sein! Er stellte sich als ein 28-jähriger Webdesigner aus Hamburg heraus, war also fast so was wie ein Kollege von mir, da ich in einem ähnlichen Bereich arbeite. Er sah sportlich und durchtrainiert aus, kein Gramm Fett war an seinem Körper zu erkennen und das machte mich zusätzlich ein wenig eifersüchtig, besonders, als ich bemerkte, dass meine Angebeteten im Pool scheinbar Gefallen an ihm gefunden hatten und ständig verstohlen zu ihm herüber starrten!

Obwohl er mir wie gesagt eigentlich sehr sympathisch erschien, wurde es mir irgendwann zu bunt: er schien von alleine nicht zu bemerken, dass ich meine Ruhe haben wollte und ihm auch -wenn überhaupt- nur kurzangebunden antwortete. Also unterbrach ich ihn irgendwann einfach recht unwirsch und meinte nur, dass er es nicht persönlich nehmen solle, ich aber meine Ruhe bräuchte, und…… Weiter kam ich gar nicht: er unterbrach mich einfach und sagte mir verständnisvoll lächelnd, dass ich einfach relaxen und nicht so angespannt sein solle.

‚Hol dir einfach noch einen Cocktail, ich würde sagen….. ein Wallbanger wäre das Richtige für dich….. und bring mir auch einen mit!’, dann stöpselte er sich einfach Kopfhörer in die Ohren und widmete seine Aufmerksamkeit ganz den Mädchen im Pool, die ihm kichernd zuwinkten…..
Völlig verblüfft saß ich mit offenem Mund da: Es schien ihn gar nicht zu interessieren, dass ich ihn relativ unfreundlich unterbrochen und angeschnauzt hatte! Er blieb einfach sitzen und schickte mich Cocktails holen, zwar immer noch freundlich, aber irgendwie wirkte das Ganze fast wie ein Befehl! Nun war ich wirklich sauer und hätte ihm am Liebsten richtig deutlich meine Meinung gesagt, aber erstens hörte er mir eh nicht zu, da er seinen Walkman aufgesetzt hatte und mir zur Zeit keinerlei Beachtung schenkte, zweitens sahen die Mädchen die ganze Zeit zu uns rüber und ich wollte daher keine große Szene machen (außerdem schienen sie ziemlich begeistert von ihm zu sein….. und das konnte vielleicht auch mir von Nutzen sein….) und drittens brauchte ich jetzt wirklich einen Drink. Kurzum: ich folgte seinem ‚Rat’ und ging zur Bar.

Erst als ich die Drinks schon in den Händen fiel mir auf, dass ich eigentlich gar keinen Harvey Wallbanger trank und mir außerdem die Drinks auch hätte bringen lassen können…. Eine kleine Handbewegung hätte bereits ausgereicht und dann wäre ich vor allem auch nicht wie ein Dienstbote für den Kerl die Getränke holen gelaufen! Shit!
Irgend etwas in der Art, wie er mich ‚gebeten’ hatte, diese reine Selbstverständlichkeit, schien keinen Widerspruch zu dulden. Genau wie gute Chefs zwar freundlich, ohne Befehlston, aber dennoch so, dass die Order für jeden klar war, ihre Anweisungen erteilten! Widerspruch zwecklos.

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