Mit Heidi im Schullandheim

Wieder einmal war es soweit: Die 4. Klasse sollte ins Schullandheim nach Niederwaldstadt fahren und als einziger männlicher Lehrer unserer Dorfgrundschule sollte ich natürlich mit. Ich freute mich, eine Woche aus dem üblichen Schultrott herauszukommen – meine Dritte sollte eine mobile Reserve solange betreuen. Einziges Manko: Die Klassenlehrerin der 4. – Frau Greif – war eine 53 jährige Zimtzicke, die größten Wert auf Sauberkeit, Genauigkeit und all den anderen Quatsch legte, mit dem sich Schüler so wunderbar terrorisieren ließen. Da ich das Schullandheim aus mehreren Fahrten kannte, hoffte ich sie durch meine Ortskenntnis in Zaum halten zu können.

Montag morgen ging es los. Die Eltern verabschiedeten ihre Sprößlinge, die Koffer wurden verstaut und ich sah melancholisch aus dem Fenster den Abschiedsszenen zu. Meine beiden Kinder hatte meine Ex nach der Scheidung zu sich genommen. Sie war von einem Tag zum anderen ausgezogen und ich musste mich mit meinen 39 Jahren erneut auf ein Leben als Single einstellen. Seis drum – jedenfalls war ich frei, tun und lassen zu können, was ich wollte.

Die Busfahrt dauerte anderthalb Stunden und Frau Greif hatte die Kinder allein durch ihre Präsenz im Griff. Sie wieselte ständig zwischen den Sitzen hindurch und kümmerte sich um das kleinste Wehwehchen ihrer Schützlinge. Ich fühlte mich ziemlich überflüssig.

Um zum Schullandheim zu kommen, mussten wir – das Gepäck hate der Herbergsvater in seinem Kombi hochgefahren – einen halbstündigen Fußmarsch den steilen Berg hinauf machen. Da ich als Ortskundiger vorneweg marschierte, konnte ich meine eigenes Tempo gehen und erreichte als Erster das wunderbar gelegene „Regenhaus“. Die Herbergsmutter – Frau Stanggassinger – stand bereits im Eingang und empfing mich mit einem festen Händedruck:

„Schön, dass du wieder da bist, Josef. Die andere Klasse – eine Zwölfte aus Bad Wörishofen – kam schon vor drei Stunden an. Ich hoffe, es gibt keinen Ärger. Darf ich dir die Lehrer vorstellen – Frau Wenger und Herr Meier.“

Der Händedruck mit dem grauhaarigen Mitfünfziger glitt an mir vorbei – ich hatte nur Augen für seine Kollegin: Mitte zwanzig, blonder Wuschelkopf, einen Kopf kleiner als ich, Sommersprossen in einem runden Gesicht. Ihre enge Bluse hatte sie zu einem Knoten unterhalb einer prächtigen Oberweite geschlungen. Als sie mir die Hand gab, glaubte ich an einen Weidezaun zu greifen. Zwischen uns sprang ein Funke über. Ihre Augen wurden plötzlich groß. Nach einer längeren Pause sagte sie mit piepsiger Stimme:

„Hi, ich bin Heidi Wenger, Assessorin für Deutsch und Geschichte – außerdem weibliche Begleitperson unserer zwölften aus Bad Wörishofen. Das Sie sollten wir weglassen.“

Ich schluckte mehrere Male – ihre Hand lag immer noch in meiner – bis ich antworten konnte:

„Ich heisse Josef Obermeier – für dich Sepp. Hinter mir kommt eine vierte Klasse den Berg herauf.“

Ihre Hand löste sich aus meiner Umklammerung. Als ihr Kollege ging, folgte sie ihm. Ihr mehr als großzügig gebauter Hintern – manch anderer Mann hätte von einem „Brauereipferdarsch“ gesprochen – wedelte in der engen Jeans hin und her. Sie drehte sich noch einmal zu mir und sagte:

„Wir sehen uns – bis gleich, Sepp.“

Die Kinder trudelten nach und nach ein – zum Schluss Frau Greif. Die Zimmereinteilung ging relativ rasch – ich half den Jungs noch beim Bettenbeziehen – dann gab es noch die Einweisung durch den Herbergsvater und danach 3 Stunden Freizeit.

Ich setzte mich auf die Terrasse, genoss eine Zigarette und laß in dem Taschenbuch, das ich mitgenommen hatte. Plötzlich roch ich einen höchst angenehmen Lavendelduft und sah auf. Heidi stand vor mir und fragte:

„Hast du Feuer für mich?“

Hatte ich. Dabei beugte sie sich über den Tisch und ich konnte nicht anders, als in ihren Ausschnitt zu starren. Die Halbkugeln ihres Busen sorgten für eine deutlich Spannung in meiner Hose. Sie setzte sich neben mich – so dicht, dass ihre Oberschenkel sich gegen meine drückten – und meinte, nachdem sie an ihrer Zigarette gezogen hatte:

„Und – gefällt dir, was du gerade so genau angesehen hast?“

Einen Moment lang füllte ich mich ertappt – wie ein 15jähriger, der der Wirtshausbedienung zu nahe getreten ist, als sie sein Bier abstellte – doch dann gewann meine Erfahrung die Oberhand und ich fragte cool zurück:

„Kennst du einen Mann, der nicht auf so heiße Signale reagiert?“

„Nöö. Aber du bist der Erste, der sich traut, es zu sagen. Weil wir gerade beim Thema sind: Ich habe das Edelzimmer bekommen: Kühlschrank und Doppelbett inklusive. Was machst du heute Abend?“

antwortete Heidi schlagfertig und ließ ihre Hand über meinen Oberschenkel gleiten, ohne dass sie meinem Schwanz, der gegen sein Gefängnis pochte, auch nur in die Nähe kam. Sie spielte mit mir und ich gab ihr Kontra:

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