Die Folter vom blonden Gift, Teil 2 – Das Spiel

Noch nie hatte ich in meiner noch jungen Karriere auch nur ein Game im 8-Ball verloren. Zwölf Siege in zwölf Spielen. Sogar den amtierenden Vereinsmeister des städtischen Billardklubs hatte ich noch in der Woche vor unserem Meeting mit einem klaren 10:6-Sieg nach Hause geschickt. Keiner der bisherigen Kontrahenten konnte mir das Wasser reichen. Würde ich diesmal tatsächlich verlieren? Nach zwölf Siegen? Ausgerechnet gegen Jasmin – meiner absoluten Traumfrau? Bei unserem ersten Date?

In Frames stand es gerade 4:4. Auf fünf Gewonnene wollte Jasmin spielen. Ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel mich geritten hatte, als ich mich von ihr zu diesem kleinen Match hinreißen ließ. War ich zu siegessicher? Wollte ich angeben und ihr zeigen, wo der Hammer hing? Wenn ich gewusst hätte, dass ich nicht viel Zeit zum Angeben haben würde, hätte ich die Finger davon gelassen.

Obwohl … hätte ich das wirklich?

**********

„Hey, sieh mal, ein Billardtisch“, sagte sie, als wir die Bartheke verließen und in Richtung Halle schlenderten. Jasmin ließ meine Hand los und lief drum herum.
„Wollen wir eine Runde spielen?“
Obwohl ich eigentlich genug Zeit gehabt hatte, mich an ihr rollendes R zu gewöhnen, jagte es mir bei ihrem südtiroler Akzent noch immer einen heißen Schauer über den Rücken.
Ich ging ihr nach und blieb, mein Sakko lässig über die Schulter geworfen, am Ende des Tisches stehen. Sie stand aufgewühlt vor mir und plinkerte mich mit ihren strahlenden Augen an, bis ich schwach wurde.

Was heißt, bis ich schwach wurde? Ich war die ganze Zeit schon schwach, weil ich dachte, dass Jasmin garantiert ein süßes Geheimnis hütete und vor mir verbarg, weil sie stets darauf bedacht war, ihre Schenkel geschlossen zu halten. Ob ich noch einmal die Gelegenheit haben würde, so nahe an sie heranzukommen wie noch im Sitzungssaal?

„Komm schon, lass uns eine Runde spielen. Ich habe seit Ewigkeiten nicht mehr Billard gespielt. Kannst du zufällig spielen?“
Ich war nicht sicher, ob sie nun Göttin, Teufelin oder Spionin war. Aber wie in aller Welt konnte sie mir ansehen, dass ich daheim der Shootingstar der Billardszene war?
„Ein bisschen, ja. 8-Ball spiele ich ab und zu“, untertrieb ich und war gefangen zwischen Hoffen und Bangen. Hoffen, sie würde abwinken und gemeinsam mit mir durch die Nacht an den Strand spazieren, bangen, sie würde doch einen Rückzieher machen und mir nicht die Chance geben, mich von meiner besten Seite zu zeigen. Ich wusste nicht, was mir lieber war. Wir konnten auch später noch an den Strand schlendern.

„Billard, Snooker, 8-Ball – wo ist da der Unterschied?“, flötete sie, während mir für eine Sekunde das Gesicht einschlief. Kein Unterschied? Die Klarstellung kam gleich hinterher: „Hab ich alles schon lange nicht mehr gespielt.“
Na gut, ein gefundenes Fressen also. Ich freute mich insgeheim darüber und malte mir aus, welchen Spieleinsatz ich von ihr fordern konnte, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben.
Der freundliche Page, der uns von der Halle aus beobachtet hatte, eilte auf uns zu und hatte prompt zwei Queues und Bälle besorgt, die er mir mit einem wissenden Lächeln überreichte.

„Wenn sie so gut wären und die Utensilien nachher bitte beim Portier abgeben würden. Sagen sie ihm, Marco habe sie ihnen geliehen.“
Eines musste ich neidlos anerkennen. Der gute Mann war auf Draht. Sofort hatte ich einen Zehner gezückt und ließ ihn in seine Hand wandern.
„Besten Dank.“
„Nichts zu danken. Sie sind Gast, sie sind König. Amüsieren sie sich. Ich wünsche ihnen beiden viel Spaß. Wenn sie etwas zu trinken wünschen, rufen sie einfach nach mir.“

So unauffällig, wie er sich eingemischt hatte, verschwand er auch schon wieder und ließ mich mit Jasmin am grünen Tisch zurück.
„Spielen wir also?“
Ich ertrank in ihren aufgeweckt glänzenden Augen, mit denen sie mich anhimmelte. So vertraut mir genau dieses Funkeln auch vorkam, so unnahbar wirkte Jasmin in dieser Sekunde auf mich. An sie würde ich in meinem Leben nicht herankommen. Ich konnte mit ihr flirten, mit ihr scheinbar ungezwungen über alles reden, weil sie so normal wirkte. Nur meine Stirn war zwischendurch von Sorgenfalten überzogen. Hatte sie die Murmeln noch bei sich oder nicht? Sie zeigte keine äußeren Anzeichen dafür, wenn ich von den stets geschlossenen Beinen absah.

„Stefan?“
Schon wieder war ich von einer Sekunde auf die andere völlig weggetreten. Was stellte diese Teufelin nur mit mir an?
„Ja.“
„Bist du in Ordnung? Du siehst so verspannt aus.“
„Du hast keine Ahnung, wie gut es mir in deiner Gegenwart geht“, gab ich unumwunden zu.
„Schön, dann entspann dich doch. Es ist unsere erste Verabredung. Genieß den Abend und spiele mit mir, ja?“
Mit ihr spielen? Den ganzen Abend lang konnte ich an nichts anderes denken. Immer wenn ich Jasmin ansah, dachte ich an das glänzende Glasding zwischen ihren Beinen, an den heißen Nachmittag, der so prickelnd endete. Ich wollte unbedingt spielen. Ob 8-Ball gerade das Richtige war? Ich nickte nur und holte die Bälle aus der Holzschatulle.

Gemeinsam legten wir die Bälle auf, wobei ich stets versuchte, entweder ganz dicht bei ihr zu sein, um sie zu spüren, oder ihr gegenüber zu stehen, um in ihren atemberaubenden Ausschnitt zu linsen. Den engen, beigen und dezenten Rock vom Nachmittag hatte sie gegen einen samtig Glänzenden, Schwarzen getauscht, dem man ansah, dass er auf mein Streicheln förmlich wartete.

Dazu trug sie eine silbrig glänzende Winzigkeit, die man nur mit viel Wohlwollen als Bluse bezeichnen konnte. Durch das hauchdünne, fast transparente Gewebe entging mir nicht, wie ihre nahezu lebendig wirkenden Nippel plötzlich aus irgendeinem Grund spitz abstanden. Ihre knackigen Bällchen wurden gerade einmal verdeckt, und ein im Nacken zusammengebundenes Bändchen hielt den Stoff dort, wo er hingehörte. Wenn ihr tiefer V-Ausschnitt doch mal wieder verrutschte, entging mir das nicht. Immer wieder verirrte sich mein Blick dorthin, und immer wieder versuchten ihre schlanken Finger mehr oder weniger erfolgreich, alles wieder zurechtzuziehen.

Ich wusste nicht, wie sie es bewältigte, so gelassen zu bleiben, während in mir die Erregung aufkeimte. Nach dem Ende der Sitzung musste sie doch wissen, dass ich heiß auf sie war. Ihr eigener Hunger nach Leidenschaft war bestimmt auch noch nicht gestillt. Wie sie es schaffte, ihr Spiel mit mir mit dieser Ruhe und Beharrlichkeit weiter zu spielen, war mir ein Rätsel. Jasmin war für mich ein Buch mit sieben Siegeln, so vertraut und unnahbar, dass sich Hoffnung und Zweifel in mir einen Schlagabtausch lieferten.

„Wer fängt an, und wie viele Runden spielen wir?“

Mit dem Licht, das von hinten in ihr Haar fiel und ihrer reizvollen Kleidung sah sie vor dem hellen Hintergrund aus wie ein Engel, wie meine Göttin. Durch den leicht transparenten Stoff glaubte ich, dem Verlauf ihrer perfekten Oberschenkel folgen zu können.

„Die Runden heißen Frames“, klärte ich sie auf und biss mir sofort auf die Lippen. „Das hab ich mir letztens von einem Freund erklären lassen.“
Ich wollte mir doch nicht anmerken lassen, dass ich das Spiel eigentlich ganz gut konnte.
„Egal, wie das heißt. Wir spielen auf fünf gewonnene Runden, und ich darf anfangen, ja?“
Damit hatte sie mir die Entscheidung schon abgenommen. Es konnte losgehen.

Der erste Frame – für Jasmin nannte ich ihn natürlich Runde – verlief relativ einseitig. Ich ging fast zu enthusiastisch an den Start und hätte mich beinahe verraten.
„Hui, ich hab heute eine Glückssträhne“, rechtfertigte ich mich, als ich ganz zum Schluss noch den schwarzen Ball versenkte und den ersten Durchgang souverän gewann.
„Scheint so“, gab sie zu und applaudierte symbolisch, während ich die Bälle schnell wieder auflegte.
„Was würdest du mir geben, wenn ich dich doch noch schlage?“, fragte sie aus heiterem Himmel.
„Wie bitte?“
„Naja, du spielst doch nicht schlecht. Da kann man doch ruhig einen Einsatz bieten, oder?“
Natürlich spielte ich nicht schlecht. Aber war das fair?
„Und was, wenn die Glückssträhne wieder abreißt?“
Sie schenkte mir ein herzerfrischendes, offenes Lachen.
„Dann hast du wohl verloren und musst deinen Einsatz einlösen. Na? Riskierst du es? Ich werde natürlich auch einen Einsatz abliefern.“
„Welchen denn?“, wollte ich wissen.
„Hängt ganz von deinem ab.“
„Ich würde dich auf einen Cocktail einladen und auf einem langen Strandspaziergang begleiten.“
„Das klingt gut. Wenn ich verliere, mache ich mit dir einen Strandspaziergang mit anschließendem Nacktbaden.“

Ich musste mich verhört haben. Mein Herz schlug sofort bis zum Hals, und in meiner Hose regte sich etwas – nicht zum ersten Mal an diesem bezaubernden Abend.
„Sag mal, hast du eigentlich noch deine …“, ich druckste herum, musste es aber endlich wissen, weil der Gedanke mich seit Stunden quälte.
„Was?“
„Ich meine deine Murmeln. Hast du die noch …?“
„Wenn ich dir das verraten soll, musst du mir schon etwas bieten.“ Sie lächelte mich verstohlen an und sah, wie ich mit mir rang, die Frage vorübergehend runterzuschlucken.
„Gut, in dem Fall hebe ich mir die Frage für einen späteren Zeitpunkt auf, wenn ich weiter in Führung liege.“

Die 2:0-Führung war fast schon ein Kinderspiel. Nach zehn Minuten hatte ich abgeräumt, während Jasmin ihre Chancen zur Aufholjagd durch klägliche Patzer verjuxte und mir am Ende des Frames etwas desillusioniert gegenüberstand.
„Mist, wenn du so gut spielst, werde ich nie gewinnen.“
Plötzlich tat es mir leid, so egoistisch gespielt zu haben. Es war nicht gerade nett von mir, sie auf diese Tour vom Tisch zu fegen, nur wegen des Nacktbadens, das vielleicht auch bei meiner Niederlage stattgefunden hätte. Schließlich war seit der Sitzung sonnenklar, dass wir einander begehrten. Vielleicht empfand sie für mich das Gleiche wie ich für sie? Was empfand ich überhaupt? Bloß weil meine Knie weich wurden, wenn sie mich anstrahlte, musste es doch nicht heißen, dass ich mich in sie verguckt hatte, oder?

Ich wagte nicht, jetzt den Spieleinsatz zu erhöhen. Nach diesem souveränen Sieg wäre es vermessen gewesen, Forderungen zu stellen. Zuerst wollte ich sie einen Frame an mich herankommen lassen. Irgendwie schien sie jedoch genau das erwartet zu haben. Sie stand vor mir, klammerte sich an das Queue, das mit der Spitze am Tisch aufgesetzt war, zwischen ihren Brüsten lag und mit dem Griff seitlich an ihrer Wange.

Die Bälle hatte ich schnell wieder aufgelegt, wobei sie nicht einen Schritt zur Seite trat. Nur ihre lebhaften Augen folgten jeder meiner Bewegungen.
„Du darfst anfangen“, sagte ich schließlich und unterbrach die Sekunden der Stille.
„Aber lass mich ja nicht absichtlich gewinnen.“ Sie drohte mir, indem sie ihr Queue in der Luft wirbelte.
„Nein, keine Sorge, das mache ich nicht. Meine Glückssträhne wird ganz von selbst abreißen“, beschwichtigte ich und überlegte, wie ich wohl dezente Fehler in mein Spiel einbauen könnte, damit es nicht auffiel.

Das Spiel begann. Schnell hatte sich Jasmin mit meiner Hilfe einen kleinen Vorsprung erkämpft, ehe sie kurz vor einem weiteren Stoß innehielt und mir einen bösen Blick über die Schulter zuwarf.
„Ich mach doch gar nix“, stellte ich mich schuldlos. 5:3 in versenkten Bällen stand es für sie. Warum sollte ich daran bloß schuld sein?
„Du guckst mir unter den Rock, wenn ich mich bis zur Tischmitte strecke, stimmt’s?“

Oh ja, das tat ich. Wenn es mein gekonnt fehlerhaftes Spiel erlaubte, gönnte ich mir ihren bezaubernden Anblick. Wenn Jasmin am Zug war, schenkte ich ihrem Traumkörper all meine Aufmerksamkeit. Der Spielstand interessierte mich in diesem Augenblick nur am Rande. Viel interessanter war es, auf den Moment zu warten, in dem sie den Ansatz ihrer Pobacken fast entblößte. Ich hoffte natürlich immer, sie müsse sich noch ein wenig strecken, doch der Blick auf ihr Höschen blieb mir verwehrt. Zumindest bis jetzt.
La diavoletta bionda, wie ich sie in Gedanken manchmal nannte, wusste ganz genau, wie weit sie gehen konnte, ohne mir zu viel Einblick zu gewähren und welche Anziehung sie auf mich ausübte.

„Stimmt gar nicht“, stritt ich dennoch ab und kämpfte gegen mein Erröten. Wie konnte ich so indiskret hinsehen, dass sie mich dabei ertappte? Ich fluchte innerlich.
„Va bene!“ Sie schien auf diese Antwort gewartet zu haben, ging auf die Seite des Tisches, um den Stoß von dort auszuführen, auch, wenn sie dabei scheiterte.
Mamma mia. Voll daneben“, kicherte sie. „Das kommt davon, wenn du mich ablenkst.“
Ich? Sie ablenken? Ich hatte sie doch nur angesehen.
„Wer lenkt da wen ab? Schau dir mal den Punktestand an“, rebellierte ich und gab mich trotzig – mit Erfolg, wie sich zeigte.
Plötzlich stand sie ganz dicht vor mir, schmiegte sich an mich und hauchte mir ins Ohr: „Ich kann aber nichts dafür, wenn du ständig auf meine …“, sie suchte anscheinend ein ganz bestimmtes Wort. Brüste? Halbkugeln? Möpse? Hintern? Was meinte sie bloß? Anscheinend fiel ihr das deutsche Wort nicht ein, deshalb setzte sie fort: „… sedere guckst?“

Sedere? Was war das denn? Egal, sie hatte mich ertappt, wie ich sie mit den Augen auszog.
„Stimmt gar nicht“, wollte ich abermals abstreiten. Aber weil sie dabei ihre Äpfelchen gegen meine Brust drückte und ihr Becken das meine berührte, spürte sie bestimmt auch meine gewaltige Erektion, die ich bislang unter der recht weiten Hose gut verborgen hatte.
„Ach nein? Woher kommt dann das da?“

Ihr Finger strich über meine Wange, dann über meinen Hals, über meine Brust und den Bauch hinab. Sie packte zielstrebig zu, schloss ihre Hand für eine Sekunde fest um meinen Schaft und drückte ihn leidenschaftlich.
Ich bekam Argumentationsprobleme und meinte: „Ach so, das meinst du.“ Mehr fiel mir nicht ein.
Sie schenkte mir ein aufrichtiges Lächeln, plinkerte mich mit aufgeweckten Augen an und hauchte mir ein Küsschen auf die Wange.
„Komm schon, konzentrier dich auf das Spiel. Je schneller du mich besiegt hast, desto schneller sind wir am Strand. Beim Schwimmen hast du noch genug Gelegenheit, mich von oben bis unten anzusehen.“

Das war ein Argument und zeigte mir zugleich, dass sie bemerkt hatte, wie ich immer wieder leichte Punkte verschenkte.
„Tut mir leid, ich wollte dich nicht gewinnen lassen“, log ich.
„Wirklich nicht?“
Ich spürte, wie meine Ohren zu glühen begannen und konnte ihrem Blick kaum noch standhalten.
„Naja, doch, ein bisschen, damit du etwas mehr Freude am Spiel hast.“
Das stimmte auch. Hätte ich sang- und klanglos verloren, wäre ich verbittert gewesen und hätte das Queue nie mehr angefasst. Aber ich war ja verwöhnt, was das Siegen anging.
„Stefano?“ Wow, so hatte sie mich noch nicht genannt. „Ich liebe dieses Spiel, auch wenn ich immer verliere. Und ich mag dich. Hätte ich sonst eingewilligt, mit dir nackt zu baden, wenn ich verliere?“
Das machte Sinn. Ich schämte mich, sie so offensichtlich in Führung bringen zu wollen, nur um den Einsatz steigern zu können. Hatte ich es überhaupt verdient, dass sie mich mochte?
„Na komm, spiel schon“, munterte sie mich auf. „Verlieren wirst du aber erst, wenn ich aus eigener Kraft gewinne, ja?
„Abgemacht!“
Jetzt gab ich ihr einen stürmischen Kuss, den sie mir nicht verwehrte. Im Gegenteil. Ihr Mund öffnete sich, und ehe ich mich versah, saugte sie sich an meinen Lippen fest, bis wir uns widerstrebend voneinander trennten.
Wir waren uns also einig. Sie würde den Sieg nicht einfach geschenkt bekommen – zumindest nicht in diesem Frame. Deshalb stand es einige Minuten später schon 3:0.

*****

Der vierte Frame verlief erstaunlich ausgeglichen. Ich musste nicht viel tun, um den einen oder anderen Stoß zu vermurksen. Es lief fast wie am Schnürchen. Wenn ich patzte, holte sie auf und mich teilweise auch ein. Es war ein guter Frame. Nicht zuletzt deshalb, weil Jasmin oft mit mir auf Tuchfühlung ging, sich so an mir vorbeischob, dass ihr niedlicher Po meine Latte streifte. Sie achtete nicht darauf, ob ich vor oder hinter ihr stand, wenn sie spielte. Sie entblößte ihre Beine bis knapp unterhalb ihres Knackarsches und auch mal etwas mehr vom Dekolletee, was mir natürlich das Verspielen einzelner Bälle noch leichter machte.
Dieses Verlieren tolerierte sie jedoch, wie ihr verlegenes Grinsen immer wieder bestätigte.
„ Du sollst doch auf die Bälle auf dem Tisch schauen, nicht auf meine“, kicherte sie einmal, während sie sich weit nach vorn beugte, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen und mich damit wieder einmal in Verlegenheit brachte.

Nichtsdestotrotz ging der Frame am Ende doch an mich. Sehr viel knapper als die Vorherigen, aber immerhin gewann ich ihn.

„4:0“, sagte ich nicht ganz ohne Stolz.
„Sieht so aus, als würde ich nicht eine einzige Runde gewinnen. Dann hättest du mich geschwärzt.“
Geschwärzt? Etwa so wie beim Kartenspielen? Ich grinste mir eins. Wenn sie es so bezeichnete, meinetwegen.
„Wenn du mich schlägst, ohne mir einen Punkt zu lassen, muss ich wohl ein besonderes Opfer bringen, oder?“
Ich bekam große Augen, während sich mein Puls spürbar beschleunigte. Strandspaziergang und Nacktbaden war ihr nicht Opfer genug?
„Also das musst du nicht. Aber wenn du nachlegst, werde ich das auch tun.“
Ja, das würde ich. Bei 4:0 war eine Niederlage auszuschließen. Wenn ich meine Fehler minimierte und mich weniger auf Jasmins reizenden Körper, dafür aber auf das Spiel konzentrierte, konnte ich gar nicht mehr verlieren – dachte ich jedenfalls.

„Wenn du mich zu null schlägst, bekommst du hier, auf der Stelle meinen Rock und auch meine Bluse. Ich werde den Strandspaziergang mit dir also nackt antreten. Was bietest du mir?“
Eigentlich hatte ich damit gerechnet, sie würde mich darüber aufklären, ob sie die Murmeln noch in ihrem Mäuschen hatte oder nicht. Aber der Gedanke, nackt mit ihr in die Nacht hinauszuschlendern, spülte alle anderen Gedanken weg. Nur eine Frage blieb.
„Aber wie willst du beim Portier vorbeikommen, wenn du nackt bist?“
Sie zeigte auf die verglaste Front neben dem Billardtisch, durch die man auf den kleinen Park vor dem Hotel sehen konnte. Auf der anderen Seite gelangte man zum Strand.
„Bestimmt kann man eines der Fenster auch aufmachen“, beruhigte sie.
„Wenn das so ist … das kann ich auch anbieten. Wenn du mich besiegst, bekommst du meine Hose.“
„Nur die Hose?“, fragte sie und zeigte Tristesse.
Aber warum geizte ich eigentlich? Ich konnte doch nicht mehr verlieren.
„Na gut, du bekommst auch meine Unterhose. Und du hast noch einen Wunsch frei.“
„Welchen Wunsch?“, fragte sie.
„Weiß nicht. Irgendeinen. Zum Beispiel könnte ich nackt mit dir spazieren gehen.“
Ich wagte kaum, den anderen Gedanken auszusprechen, tat es aber dennoch: „Oder nach deiner Murmel angeln oder so.“
„Ich weiß schon, was ich will.“ Ein süffisantes Lächeln umspielte ihre Lippen.
Ich wurde ganz hibbelig. Warum sprach sie nicht weiter?
„Was denn?“
„Das sage ich dir erst, wenn ich gewonnen habe.“
Sie vertröstete mich mit einem zärtlichen Kuss und begann, erstmals selbst die Bälle aufzulegen.

Die fünfte Runde – ich meine natürlich den fünften Frame – verlor ich sang- und klanglos. Jasmin spielte wie aus einem Guss, während ich noch immer Fehler machte.
„Juchu!“, jubelte sie und umarmte mich stürmisch. „Ich kann es doch noch! 4:1. Ich muss doch nicht nackt durchs Fenster steigen.“
Ich konnte gar nicht anders, als mich mit ihr über ihren ersten Sieg zu freuen. Meine Enttäuschung darüber, sie nicht gleich nackt zu sehen, verging, als sie sich an mich warf und ich ihren weichen Körper spüren durfte.
„Gratuliere. Du hast hervorragend gespielt“, gab ich zu. „Du darfst mich also angezogen zum Strand begleiten.“ Das musste ich einfach noch gesagt haben, schließlich schien es unmöglich für sie, diesen Rückstand noch aufzuholen.
„Los, du darfst anfangen. Ich habe gerade eine Glückssträhne. Die will ich auskosten.“

Na, solange die nur rechtzeitig endete, war das kein Problem für mich. Die Bälle waren schnell wieder aufgelegt.

Ich verlor den Frame schneller, als ich ihn begonnen hatte und konnte mich nur begrenzt mit Jasmin über ihren grandiosen Sieg in dieser „Runde“ freuen. Zu schlecht hatte ich gespielt. Überhaupt konnte ich mich nicht auf mein Spiel konzentrieren. Ich war einfach nur geil und konnte es nicht erwarten, mit meiner Angebeteten an den Strand zu kommen, mit ihr nackt zu baden und vielleicht noch viel mehr zu unternehmen. Meine Augen klebten förmlich an ihrem Dekolletee, das sie nicht ein einziges Mal wieder zurechtzog, was ihr bei dem kleinen Stofffetzen auch kaum gelungen wäre. Sie tänzelte vor meinen Augen umher und wackelte dabei mit ihrem süßen Po, machte mich kirre, indem sie mich verstohlen anlächelte, während sie mit einem Finger lasziv eine Haarsträhne kringelte.

Sie war ganz in ihrem Element, als sie in Windeseile die Bälle wieder auflegte.
„Avanti, Stefano, mio amore. Du bist dran!“ Ihr südländisches Temperament flammte in diesen wenigen Worten auf. Es war der überschwängliche Ton, der hier die Musik machte und mir erneut weiche Knie bescherte. Wie sollte ich da noch richtig spielen können? Ich wusste schon jetzt, dass ich auch diesen siebten Frame nur verlieren konnte. Und so kam es auch. Zwar hielt ich mich wacker, weil Jasmin bei einigen Versuchen versagte, den Spielball so ungünstig wie nur möglich für mich aufzulegen und öfter mal ein Foul beging, konnte ich mich doch an ihre Fersen heften. Dennoch verlor ich am Ende. Der Grund dafür lag auf der Hand. Ich war nervös und tierisch erregt. Während sie Schwarz versenkte, lagen von mir noch zwei Volle auf dem Tisch – ein Jammer.

„4:3“, strahlte sie mich an. „So gut habe ich in meinem ganzen Leben noch nie gespielt“, jubilierte sie und trampelte damit auf meinen ohnehin ramponierten Nerven herum. Jasmin war in der Form ihres Lebens, und ich hatte ausgerechnet heute den schlechtesten Tag erwischt. Oder lag es einfach nur an ihr? Ich warf in diesem Moment meine Nerven weg und spielte im achten Frame mein miserabelstes Spiel. Wie lange hatte dieser Durchgang gedauert?
Gott, spielte ich schlecht. Das musste auch Jasmin bemerkt haben. Schließlich war ich nur noch mit mir beschäftigt, kämpfte ausschließlich mit meinen Nerven und ärgerte mich über jeden vergebenen Stoß. Für sie hatte ich in dem Moment keinen Blick mehr. Es tat einfach weh, mit ansehen zu müssen, wie sie mich degradierte und wie einen Anfänger vorführte. Dabei war sie doch die Anfängerin. Oder doch nicht?
Ein „präziser“ Stoß von MIR bescherte mir einen Anfängerfehler, der mir noch nie passiert war. Anstatt der Neun traf ich die Acht, die zielstrebig in einer Tasche verschwand.

Ich brauchte eine kleine Pause. Wenn ich mich nicht sofort in Zaum hielt, würde ich nackt durch das Fenster klettern, dieser verführerischen Teufelin einen garantiert wahnwitzigen Wunsch erfüllen und mich hundertprozentig lächerlich machen.

Ich rief nach Marco, bestellte uns zwei Prosecco, die flugs gebracht wurden, und setzte mich auf das kleine, gemütliche Sofa vor dem Fenster. Dieses war wohl für den Zuschauer gedacht.
Egal. Ich brauchte eine Verschnaufpause und machte mich darauf so richtig breit. So breit, dass Jasmin vermutlich nur noch einen Sitzplatz fand – nämlich meinen Schoß. Und da saß sie auch schon, noch ehe ich Platz machen, ja oder nein sagen konnte. Sie lehnte sich seitlich an mich und schlug die Beine übereinander, sodass ihr Röckchen aufreizend hochrutschte.

„Cheers! Auf ein verdammt spannendes Spiel.“
Sie stieß mit mir an, und ich spürte, wie ihre Augen auf meinen Lippen haften blieben. Ich wollte sie küssen, erinnerte mich jedoch sofort an die Schmach, die sie mir in den letzten Frames zugefügt hatte und, mochte mich ihr nicht weiter nähern, zumindest so lange nicht, bis sie ihren Po geschmeidig meinen Lenden entgegenschob und ich ihre aufreizenden Backen samt ihrem federleichten Gewicht auf meinem Pint spürte.
Der Kontakt mit meinem Harten schien ihr zu behagen. Sie rieb ihren Hintern an mir, während sie einen Arm um meinen Hals und ihre Stirn an meine Wange lehnte. Es tat gut, ihre Nähe so intensiv zu spüren. Das verdrängte die grässlichen Bilder von eben und tauschte sie gegen einen aufreizenden Film, der in meinem Oberstübchen ablief.

*****

In dieser kleinen, schmutzigen Fantasie waren wir schon am Strand. Der Spaziergang hatte uns nicht allzu weit gebracht, weil wir schon bald am Ende der Bucht angekommen waren. Hinter einem langen Steinwall gab es ein sandiges Eckchen, das von anderswo nicht einsehbar war. Jasmins Hand lag auf meiner Schulter und zog mich zurück. Wir standen gemeinsam in den sanft flüsternden Wellen und fühlten, wie das Wasser unsere Zehen umspülte, wie es uns unterspülte und wir langsam versanken. Ich sah nur noch ihre funkelnden Augen, in denen sich die Mondsichel widerspiegelte. Sie war mir nie so nahe wie jetzt. Ihr Mund war kaum von meinem entfernt. Mein Sakko landete einen Meter hinter mir im trockenen Sand. Meine Hände wanderten über ihren Rücken und fanden sich wieder beim Bändchen hinter ihrem Hals, während sie einen Hemdknopf nach dem anderen öffnete und mir den Stoff von den Schultern streifte.

Endlich hatte ich den Knoten gelöst. Ihre Bluse fiel hinab, blieb am Becken hängen. Mein Blick riss sich von ihren Augen los und glitt über ihre Lippen, die sehnsüchtig nach meinen zu rufen schienen, hinab zu ihren blass schimmernden Brüsten.
Wieder spürte ich ihre zitternden Hände, diesmal an meinem leicht zu öffnenden Gürtel, dann am Hosenknopf. Die Hose glitt über meine Oberschenkel, und fand sich an den Knöcheln wieder, wo sie von der nächsten Welle erfasst wurde, ehe ich sie zum Sakko kicken konnte. Es war mir egal. Die Nacht war unsere. Jasmin würde bald schon mir gehören. Sanft befreite sie mein steil aufgerichtetes Glied und ließ die Shorts der Hose folgen, während ich ihr die Bluse über den Kopf zog, mich nach vorne beugte, um ihre spitz abstehenden Nippel zu küssen.

„Nimm mich“, hauchte sie mir ins Ohr, ließ sich zu Boden sinken und zog mich auf sich.
Während eine kleine Welle seitlich an uns vorbeischwappte, suchte ich nach einem Slip, den ich ihr ausziehen wollte. Da war jedoch keiner. Ich schob den Rock hoch und erkannte im schalen Mondlicht den kleinen Pfeil, der direkt auf ihr süßes Geheimnis zeigte. Ich sog tief die Luft ein und konnte in Gedanken schon den Duft ihrer Lust wahrnehmen.
Sie zog mich an sich, küsste mich leidenschaftlich und fröstelte kurz, als uns die erste größere Welle umspülte. Für mich ein Grund, sie noch enger in die Arme zu schließen.

Ich schob mich zwischen ihre Schenkel, die sie bereitwillig öffnete, und führte meine Eichel lustvoll durch ihre Schamlippen. Ich wollte zustoßen, als sie ihre Hand um meinen Schaft legte und mich nur wenige Zentimeter tief eindringen ließ – wie im Sitzungssaal.
„Halt! Nicht weiter. Da ist schon etwas“, hörte ich sie sagen und bildete mir ein, ihre Murmel an meiner Eichel zu fühlen.

*****

„Wie lange hast du eigentlich nicht mehr gespielt?“, fragte sie mich unvermittelt.
„Was? Wie? Ach so.“ Ich war noch immer in meiner Fantasie gefangen und fragte mich, ob sie tatsächlich wieder ihre Murmel in sich trug. Wie durfte ich ihre Frage eigentlich verstehen? Meinte sie Sex oder Billard? Eigentlich egal, war beides in etwa gleich lange her.
„Ehrliche Antwort?“
Sie nickte, ohne die Stirn von meiner Wange zu nehmen.
„Vor einer Woche habe ich mal gespielt“, gab ich zu und hoffte, dass sie damit zufrieden war.
Sie war es auch. Oder sie tat zumindest so.
Ich wollte wissen, warum sie plötzlich um so viel besser spielte als zu Beginn, verwarf die Frage jedoch aus Angst, sie könnte mich zu meiner anfänglichen „Glückssträhne“ befragen.

„Kennst du den Strand eigentlich schon?“, fragte sie leise.
„Nein. Gestern war ich zu müde für einen Spaziergang. Ohne Begleitung hätte ich mich wohl auch sehr alleine gefühlt. Kennst du ihn?“
Sie nickte. „Er ist wunderschön. Wenn man ihn entlang geht, kommt man am Ende zu einer ganz kleinen Bucht, die durch einen riesigen Steinwall vom breiten Hotelstrand abgetrennt ist. Auf dem Steinwall kann man ein Stück weit auf das Meer hinausgehen und die Aussicht an schönen Tagen ist brillant. Nachts ist es einfach nur romantisch, die vielen Lichter entlang des Strandes zu sehen.“
„ Warst du schon mal hier?“, wollte ich wissen.
Sie nickte wieder. „Gestern. Ich bin früher angereist, weil ich einen Tag frei haben und schwimmen gehen wollte.“

Eigentlich hätten wir das Spiel einfach vergessen sollen. Es wäre viel besser gewesen, diesen gemeinsamen Moment auszukosten, sitzen zu bleiben und zu kuscheln. Zu späterer Stunde würden wir entweder in einem unserer Hotelzimmer landen oder doch noch spazieren gehen.
Jasmin jedoch hob ihren Kopf und sah mich eindringlich an, nachdem sie ihr Glas mit einem kräftigen Zug geleert hatte. ‚Wie undamenhaft’, fiel mir ein und ich dachte unweigerlich an das burschikose Verhalten der Mädchen in meiner Kindheit. Damals wurde auf damenhaftes Verhalten kein Wert gelegt. Schneller laufen, höher klettern und Steine weiter werfen war die Devise. Ich konnte mir ein Lächeln nicht verkneifen.

„Was ist?“, fragte sie interessiert.
„Nichts. Gar nichts. Du erinnerst mich nur manchmal an meine Kindheit.“
Mehr brauchte ich nicht zu sagen. Ihr herzliches Lachen erfüllte den Saal, den wir zur späten Stunde ganz für uns hatten.
„Du bist süß, weißt du das?“
Ich war geplättet. War ich jemals süß genannt worden?
„Komm, lass uns die letzte Runde spielen“, sagte sie, erhob sich und stellte das Glas neben dem Sofa auf den Boden.
Ich folgte nur widerwillig. Wie konnte sie die kuschelige Atmosphäre so schnell und leichtfertig zerstören? Oder hatte sie schon andere Pläne mit mir? Pläne, die uns hinaus in die Nacht, an den Strand trieben? Darauf freute ich mich natürlich schon, vor allem, wenn ich gewinnen würde und wenn es diese kleine Bucht wirklich gab.

Ich erhob mich also ebenfalls, leerte schnell das Glas und stellte es neben Jasmins.
Tatsächlich fühlte ich mich viel befreiter als noch vorhin. Ich wollte mich auf das Spiel konzentrieren und mein bestes 8-Ball spielen, das ich zu bieten hatte. Wenn ich nur halb so gut sein würde als noch eine Woche zuvor, würde es für einen Sieg reichen. Mit diesem Gedanken nahm ich das Queue wieder in die Hand und eröffnete den letzten Frame, der zunächst tatsächlich sehr ausgeglichen verlief.

Bis zur Hälfte dieses Durchgangs lagen wir Kopf an Kopf. Und abermals kam ich an die Reihe. Inzwischen war ich schon tierisch nervös, nervöser als ich es in meinen bisherigen Partien gewesen war, weil es nie um etwas Besonderes ging. Dennoch meisterte ich einen Stoß um den anderen, bis nur noch die Acht auf dem Tisch lag. Wenn ich diesen letzten Stoß schaffte, war die Schlacht geschlagen. Dann gehörte Jasmin endlich mir.

Ich suchte ihren Blick und blieb für eine Sekunde an ihrem Dekolletee hängen, das gerade wieder einen reizenden Einblick bot. Mein Herz raste. Ich war dem Ziel ganz nahe. Dieser letzte Stoß würde die Partie für mich entscheiden.

Ich musste nur den schwarzen Ball richtig treffen – aus nicht ganz unmöglichem Winkel, und Jasmin war mein, würde mich zu der Bucht begleiten, nackt mit mir schwimmen, sich mit mir im Sand wälzen …
Aus ihrem Blick konnte ich nicht eindeutig erkennen, ob sie über die nahende Niederlage besonders enttäuscht sein würde. Sie strahlte mich einfach nur an, als sei ich etwas Besonderes. Ich fühlte mich aber auch wie etwas Besonderes. Ich hatte es in der Hand und konnte mir mit einem Stoß einen wunderschönen Abend an Jasmins Seite erspielen. Nur noch ein einziger Stoß, ein letzter Ball.
Dieser Gedanke brachte mich fast um den Verstand. Mein Herz raste.

Ich legte das Queue noch einmal kurz aus der Hand, wischte meine schweißnassen Hände unbeholfen an meiner Hose ab.
‚Nur die Ruhe bewahren’, sagte ich zu mir, trat einen Schritt zurück und atmete ein paar Mal tief durch. So tief, dass mir beinahe schwarz vor Augen wurde, als meine Lungen sich mit Luft füllten. Ich schloss die Augen und stütze mich schnell an der Tischkante ab, um mir nicht die Blöße zu geben, wie betrunken herumzutaumeln.

Für einige Sekunden konnte ich trotz meiner geschlossenen Augen grell blitzende Sternchen sehen, die genauso gut rosa Elefanten hätten sein können. Rundherum war es dunkel, bis sich mein Blick wieder klärte …

… Jasmin saß vor mir auf dem Tisch. Ihr Kleid war atemberaubend weit hochgerutscht, ihre Knie leicht geöffnet, während sie sich hinterrücks auf den Händen abstützte und mich mit zur Seite geneigtem Kopf anstrahlte. Das Dekolletee war soweit verrutscht, dass ich weit mehr als nur den Ansatz ihrer Brust sehen konnte. Ein Nippel stand spitz ab, auch der andere zeichnete sich deutlich unter der Bluse ab. Wie in Trance beugte ich mich zu ihr hinab, küsste sie, zuerst auf den Mund, dann gingen meine Lippen auf Wanderschaft. Sie knabberten sich wie von selbst über ihren Hals und landeten auf ihrer Brust, die sie mir erregt entgegenreckte. Meine Zunge stieß gegen ihre kleine Kirsche, die mich fast aufforderte, sanft an ihr zu zupfen.

Ich spürte eine von Jasmins Hände an meiner Hose herumnesteln, wie sie an meinem Gürtel zog, ihn gleich ganz aus den Ösen zerrte und mit lautem Klimpern auf den Marmorboden fallen ließ. Schon war mein Hosenknopf aufgesprungen, der Reißverschluss öffnete sich unter ihren kundigen Fingern schneller, als ich es mir erhofft hatte. In derselben Sekunde hatte ihre Hand einen Weg in meine Shorts gefunden und schloss sich um mein hartes Glied.

Dieser zärtlich fordernde Kontakt bescherte mir ein zusätzliches Schwindelgefühl. Wie in Trance öffnete ich die Knoten ihrer Bluse, ließ den Stoff fallen und bedeckte ihren Oberkörper gleich mit heißen Küssen, während sie meinen Schwanz aus der Hand gleiten und sich auf den Rücken sinken ließ, wobei einzelne bunte Bälle davonkullerten. Meine Traumfrau lag hingebungsvoll vor mir. Uns trennten nur noch Millimeter, vielleicht nur noch ein von Spitze eingefasster Hauch von Nichts. Mein Pint ragte über den Bund meiner Shorts hinaus und wartete darauf, ihr Allerheiligstes zu erobern.

Heftig atmend lag sie vor mir. Ihren flachen Bauch und ihren Brustkorb, der sich im schnellen Rhythmus ihres erregten Atems hob und senkte, hatte ich vor Augen, als ich den dünnen Stoff ihres Rocks ergriff und ihn langsam nach oben schob, während ich ihre festen Oberschenkel sanft streichelte. Ich fühlte die zunehmende Hitze und sah erst hin, als meine Hände an ihrem Bauch angekommen waren. Da lag sie nun vor mir – abgesehen vom zerknautschten Rock gänzlich unbekleidet. Ihr neckischer Pfeil zeigte nach unten, zwischen ihre Beine, wo ihre Lotusblüten verräterisch glänzten und leicht geöffnet darauf warteten, liebkost zu werden.
„ Nimm mich endlich“, hauchte sie mir zu und zog mit zwei tastenden Fingern an meinen Shorts.
Wortlos folgte ich ihrem Wunsch und meinem Trieb. Ich zog die Shorts bis zu den Knien hinab, führte meine Eichel an ihre feuchte Quelle der Lust und stieß zu …

… „Stefan?“
Ich war nicht sicher, ob ich schon loslassen konnte oder ob ich noch immer taumeln würde.
„Alles in Ordnung?“
Ich wusste es wirklich nicht, nickte jedoch, öffnete zaghaft die Augen, um festzustellen, dass sich gleich wieder alles zu drehen anfing. Ich zwinkerte, um mich wieder an die Helligkeit zu gewöhnen.
„Wie lange hatte ich meine Augen geschlossen?“, wollte ich wissen und sah trotz unklaren Blicks, dass sie noch immer am anderen Ende des Tisches stand und mich verstohlen anlächelte. Keine Spur von entblößten Brüsten. Ein Finger kringelte jedoch lasziv eine Haarsträhne, während sie mich anhimmelte.
„Weiß nicht. Vielleicht drei oder vier Sekunden. Muss wohl daran liegen, dass du den Prosecco so schnell runtergekippt hast“, frozzelte sie zu allem Überfluss.

Scheinheiliges Biest! Als ob sie nicht wusste, dass sie an allem schuld war.
„Kann sein. Ich trinke selten so prickelndes Zeug“, sagte ich und versuchte, meine Lippen zu einem ungezwungenen Lächeln zu formen, was unter meiner Anspannung gar nicht so einfach war. Dennoch schaffte ich es und sie war zufrieden.
„Komm schon, mach mich fertig“, spornte sie mich an. „Nur noch die schwarze Kugel, dann gehört dir mein Kleid.“
KUGEL? In mir schellten die Alarmglocken. Wir spielten mit Bällen, nicht mit Kugeln. Provozierte sie mich absichtlich oder hatte sie von dem Spiel tatsächlich keine Ahnung? Ich beschränkte mich darauf, sie in einem Punkt zu korrigieren.
„Und die Bluse samt Slip krieg ich auch.“ Jetzt konnte ich wieder lachen, ohne mich überwinden zu müssen.
„Genau, die Bluse kriegst du auch“, legte sie nach und schenkte mir ein vielsagendes Lächeln.

Ich brauchte eigentlich gar nicht zu fragen. Die Vorstellung alleine reichte mir. War sie die ganze Zeit ohne Höschen unterwegs und ich wusste davon nichts? Was war mit der Murmel?
„Heißt das, dass du …?“
Sie winkte ab und kicherte nur, als sie sagte: „Spiel endlich. Du wirst schon sehen – oder auch nicht.“

Gut. Sie trug also nichts darunter und sagte mir das vor meinem vielleicht letzten Stoß. Wie gemein war das eigentlich? Ich meine, ich bin doch nur ein Mann. Mein hilfloser Blick ließ sie nur noch unverschämter kichern, wobei ihre Brüste kaum merklich wippten, mir entging es jedoch nicht.
Ein letzter Stoß. Davon hing alles ab.

Ich beugte mich wieder über den Tisch und unterließ es diesmal, so tief Luft zu holen wie vorhin. Noch so einen Aussetzer konnte ich wahrlich nicht gebrauchen.
Ich visierte die schwarze Kugel an – und ärgerte mich, weil ich nun in Gedanken selbst schon das Wort Kugel in den Mund nahm. Ich fluchte innerlich und verlor trotzdem nicht die Fassung.
Deshalb peilte ich die Bälle ein letztes Mal genau an.
„Jetzt nur kein Foul begehen, und bloß nicht patzen“, schoss es mir durch den Kopf.
Ein letzter Blick auf Jasmin.

Routiniert gleitet mein Blick normalerweise zurück, während ich zum Stoß aushole, dann schießt meine Hand vor und bringt den Spielball ins Rollen. Diesmal verhedderte sich mein Blick beim Teufelchen im Engelskostüm.
Sie stemmte sich mit den Händen an der Ecke hoch und schwebte breitbeinig über der Ecke, in die mein Ball gleich verschwinden sollte. Ihr Rock hatte sich wohl irrtümlich an ihrem Daumen aufgehängt und entblößte ihr Schmuckkästchen, von dem ich mich nicht mehr abwenden konnte.
Ihre seidenweiche Haut glänzte rosig im hellen Licht. Ich sah mich um einige Sekunden zurückversetzt, als sie vor mir auf dem Tisch lag und ich zwischen ihren geöffneten Beinen stand, als ich meinen Schwanz an ihr Kätzchen führte und mit sanftem Druck in sie eindrang.

„Oh Gott, nein“, flüsterte ich und sah zu, wie die Acht auf die Ecke zurollte. Sie war langsam, zu langsam, wie ich meinte. Jasmin kam zu mir herüber, lehnte sich an mich und legte ihre Hände auf meine Schulter. Ihre wunderbaren Bällchen drückten sich gegen meine Seite und linderten den Schmerz, mit ansehen zu müssen, wie diese verdammte KUGEL vor dem doofen LOCH liegen blieb. Wenige Zentimeter hatten zu meinem Glück gefehlt. Ich kochte innerlich und ärgerte mich über diesen dummen Fehler.

„Puh, da hatte ich ja noch einmal Glück.“
Sie war dran, jubilierte und hopste vergnügt um den Tisch, um ihren blauen Ball schnell zu spielen.
Das Schlimmste für mich war, dass ich nicht einmal sagen konnte, ob sie eben halb nackt herumgeturnt war oder nicht. Vermutlich hatte ich wieder nur geträumt, wie ich wohl auch geträumt hatte, dass sie mit mir, Dr. Sincelli und ihren Murmeln nach der Sitzung gespielt hatte.

Ich glaubte nicht mehr daran, tatsächlich an diese Frau heranzukommen. Aber immerhin bestand noch die Möglichkeit, dass sie einen Fehler machte. Dann konnte ich doch noch gewinnen.

Jetzt, wo ich mir den Verlauf des Abends noch einmal vor Augen hielt, war ich nicht sicher, ob ich Jasmin entkommen wäre. Ich musste mich wohl damit abfinden, dass sie ein Kaliber zu groß für mich war. Sie spielte mit mir, wann und wo sie wollte.
Immerhin brachte ich sie zum Lachen – ein kleiner Trost, wenn ich schon mit ansehen musste, wie sie gleich den vorletzten Ball versenken würde. Wenn ich Glück hatte, machte sie doch noch ein Foul. Ich glaubte inzwischen nicht mehr daran. Sie spielte nahezu perfekt, sehr solide – ohne Anzeichen von Schwächen. Kaum zu glauben, dass sie schon lange nicht mehr gespielt haben wollte.

Tja, der gelbe Ball war auch schon weg. Jetzt fehlte nur noch Schwarz, und der war fast aufgelegt – ausgerechnet von mir selbst.

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